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Altstadt: Diskussion um mehr öffentliche WCs

Hauptmarkt-Anlieger starteten eine Umfrage-Aktion - 29.06.2012 07:59 Uhr

ALTSTADT  - Die Anwohner der Passage in der Kaiserstraße 8, die sich für mehr öffentliche Toiletten in der Altstadt einsetzen, haben Händler und Marktkaufleute zum Thema befragt. Tenor: Auch die Gewerbetreibenden rund um den Hauptmarkt finden die Klo-Situation bescheiden.

Sehen nett aus, die Toiletten im Rathaus. Leider findet man sie nur schlecht.
Sehen nett aus, die Toiletten im Rathaus. Leider findet man sie nur schlecht.
Foto: Daut
Sehen nett aus, die Toiletten im Rathaus. Leider findet man sie nur schlecht.
Sehen nett aus, die Toiletten im Rathaus. Leider findet man sie nur schlecht.
Foto: Daut

Jürgen Endreß aus der Kaiserstraße hatte in einem Artikel im Stadtanzeiger beklagt, dass in der Passage vor seiner Haustür häufig Kneipengänger ihre Notdurft verrichten. Die Resonanz auf den Artikel sei gewaltig, erzählt der couragierte Pensionär. „Nicht nur aus der Altstadt, auch aus Stadtteilen wie St. Johannis haben sich Leute bei mir gemeldet, um mich zu unterstützen.“

Mit vier Mitstreitern startete er jetzt eine Umfrage-Aktion, um Munition für seinen Kampf für mehr kostenfreie WC-Anlagen in der Altstadt zu sammeln. „In einem ersten Schritt haben wir 55 Geschäftsleute und Markthändler am Hauptmarkt befragt“, erzählt Jürgen Endreß. 22 wussten nicht, wo das nächste Klo ist, obwohl sie in der Altstadt arbeiten. „Das hat uns erstaunt“, sagt Endreß. 46 Befragte beklagten, dass die Hinweisschilder auf die öffentlichen Toiletten im Rathaus und im U-Bahn-Geschoss in der Königstraße nicht ausreichen.

43 Geschäftsleute urteilten, dass es nicht genügend WC-Anlagen in der Nähe des Hauptmarkts gibt. „Und 33 sagten uns, dass sie es nicht richtig finden, dass man für den Klogang zahlen muss“, sagt Endreß.


Mit Klemmbrett und dem Stadtanzeiger-Artikel zogen Endreß und seine Mitstreiter durch die Altstadt. „Aus einem Café wurden wir sogar hinausgeworfen, nur weil wir fragten, wo das nächste Klo ist“, berichtet Endreß. Viele Gastwirte seien bei dem Thema geladen, „sie fühlen sich im Alltag als Auskunftsbüro für die Touristen und als Ersatztoilette missbraucht“. Auch die Markthändler würden regelmäßig von Besuchern der Stadt nach dem Weg zu einem öffentlichen WC gefragt, „ein Verkäufer hat uns erzählt, dass jemand in seiner Not am liebsten gleich hinter den Verkaufswagen gepinkelt hätte“, sagt Endreß.

Auswärtige seien oft hilflos in ihrer Not, erzählten die Händler. „Sie finden die Hinweisschilder nicht, die Stadt gibt beim Thema Toiletten kein gutes Bild ab“, so Endreß. In dieser Woche machen die Klo-Aktivisten mit ihrer Umfrage weiter, jetzt wollen sie Passanten befragen. „Die Ergebnisse schicken wir der Stadtspitze zu“, kündigt Endreß an.

  

UTE MÖLLER

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