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Arabisches Museum drückt aufs Tempo

Verein möchte weiterhin das Volksbad umbauen — Pläne für die Stadtspitze erläutert - 20.06.2012 07:59 Uhr

GOSTENHOF  - Der Verein Arabisches Museum hat der Stadt ein überarbeitetes Konzept zugeschickt. Darin erläutert er erneut seine Pläne für Ausstellungsräume und Begegnungsstätte im Volksbad.

Im Dreieck zwischen N-Ergie-Hochhaus, Parkplatz und Wohnhäusern: Das Volksbad biete sich für ein arabisches Museum inklusive Begegnungsstätte an, sagt der Verein.
Im Dreieck zwischen N-Ergie-Hochhaus, Parkplatz und Wohnhäusern: Das Volksbad biete sich für ein arabisches Museum inklusive Begegnungsstätte an, sagt der Verein.
Foto: Oliver Acker — www.digitale-Luftbilder.de
Im Dreieck zwischen N-Ergie-Hochhaus, Parkplatz und Wohnhäusern: Das Volksbad biete sich für ein arabisches Museum inklusive Begegnungsstätte an, sagt der Verein.
Im Dreieck zwischen N-Ergie-Hochhaus, Parkplatz und Wohnhäusern: Das Volksbad biete sich für ein arabisches Museum inklusive Begegnungsstätte an, sagt der Verein.
Foto: Oliver Acker — www.digitale-Luftbilder.de

Der Verein Arabisches Museum möchte (wie mehrfach berichtet) im Jugendstilbad am Plärrer ein Museum einrichten. Eine Machbarkeitsstudie liegt vor, „doch wir haben den Verein gebeten, bei zwei Punkten nachzubessern“, sagt Michael Ruf vom Bürgermeisteramt. „Das Museumskonzept wirkte zu historisierend.“

Ein arabisches Museum plus Begegnungszentrum komme laut Ruf aber nicht darum herum, sich auch mit aktuellen Entwicklungen in den arabischen Ländern zu beschäftigen. Stichwort: Syrien. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass Geldgeber aus traditionellen arabischen Ländern das Museum unterstützen, die an einer kritischen Debatte kein Interesse haben.

Exponate fehlen


Außerdem sei von städtischer Seite moniert worden, dass dem geplanten Museum noch das eigentliche Ausstellungskonzept abgehe. „Es gibt ein Raumkonzept, aber das Wesentliche, eine Sammlung von Exponaten, fehlt“, so Ruf.

Der Verein Arabisches Museum hat mit einem überarbeiteten Konzept reagiert. „Selbstverständlich orientieren wir uns immer an den Menschenrechten. Deutschland ist eine offene Gesellschaft, das machen wir auch arabischen Sponsoren klar“, sagt Vereinsvorsitzender Horst Kopp. Bei den potenziellen Geldgebern handele es sich vor allem um Geschäftsleute, die mit deutschen Firmen zusammenarbeiten.


Vorbilder für das arabische Museum seien das Casa Arabe in Madrid — mit Zweigstelle in Nürnbergs Partnerstadt Cordoba — sowie das Institut du Monde Arabe in Paris. Ähnlich wie dort soll es in einem umgebauten Volksbad Lesungen, Vorträge, Filme und Diskussionen über arabische Themen geben. „Wir wollen Wissen vermitteln, weil die Schulen kaum etwas über die arabische Welt lehren“, ergänzt Wolfgang Meyer, der mit im Vorstand des Vereins sitzt. Nürnberg, der Stadt der Menschenrechte, stehe das Projekt gut zu Gesicht.

Die Machbarkeitsstudie, die der Verein in Auftrag gegeben hat, stelle fest, dass sich ein arabisches Museum inklusive Dialogzentrum, Dampfbad und Bibliothek im Volksbad gut machen würde. „Eine Nutzung als Schwimmbad ist laut Architekt jedoch sehr teuer und sie verträgt sich nicht mit dem Denkmalschutz“, so Meyer.

Demnächst werde sich die Referentenrunde mit dem überarbeiteten Konzept befassen, sagt Michael Ruf. Der Verein stehe in den Startlöchern, ergänzt Meyer. „Wir müssen das Fundraising in Gang setzen und planen dafür eine Broschüre.“ In dieser geht es auch um einen möglichen Standort für das Museum. „Wir müssen wissen, ob wir mit dem Volksbad werben können.“ 

UTE MÖLLER

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Kurzbeschreibung:
Das am Plärrer gelegene Nürnberger Volksbad wurde 1914 eröffnet; es gilt als eine Perle des Jugendstils. Im Zuge von Sparmaßnahmen wurde 1994 das bereits damals renovierungsbedürftige Gebäude für den Badebetrieb geschlossen und zum Verkauf angeboten. Bis heute hat sich zwar noch kein finanzstarker Investor für das Volksbad gefunden, es werden jedoch immer wieder neue Ideen für die Nutzung des Gebäudes diskutiert.