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„Kommen Sie ruhig nach vorne, wir tun nichts“, eröffnet OB Ulrich Maly (SPD) die dreistündige Bürgerversammlung für die Stadtteile Gaismannshof, Großreuth und Kleinreuth bei Schweinau, Höfen, Leyh, St.Leonhard, Schweinau und Sündersbühl, ehe ihm die Zweideutigkeit seines Satzes bewusst wird.
Trotz der kurzen Schmonzette kommen die Bürgervereine rasch zur Sache: „Was ist mit der Wiederbelebung des Einzelhandels in St.Leonhard/ Schweinau?“, fragt Klaus Thaler, Vorsitzender des Bürgervereins. „Wir sind dran“, erklärt Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU). Besonders der Anfang, bis sich die ersten Läden angesiedelt hätten, sei schwierig, so der Referent. Konkrete Maßnahmen würden derzeit aber erst erarbeitet.
Auch die Schulsituation liegt den Anwohnern am Herzen. „Die Schule in der Schweinauer Straße ist überfüllt und zu klein“, berichtet Thaler und fragt nach den Plänen für den Bau einer neuen Grundschule auf dem Schlachthofgelände. „Wenn wir gut sind, beginnen wir Ende 2012/Anfang 2013 mit dem Bau“, erklärt Schulbürgermeister Klemens Gsell (CSU) „unter Vorbehalt“. Erstmals in Bayern sollen dabei Hort und Schule auch räumlich eng miteinander verzahnt arbeiten. Das endgültige Raumprogramm hierfür stehe bereits, so Gsell weiter. Im Gegenzug wird die Leonharder Schule zur Hauptschule umgebaut. Da jedoch erst die Grundschüler ausquartiert werden müssten, werde man „vor 2014/2015 nichts Gravierendes planen.“ Die Befürchtungen wegen der sich verschärfenden Raumsituation der Henry-Dunant-Grundschule kann Gsell hingegen nicht nachvollziehen: „Derzeit haben wir dort 426 Schüler. Bis 2017/2018 erwarten wir einen Rückgang um 50 Kinder.“
Des Weiteren präsentierten die Vertreter der Stadt ihre Pläne zum Ausbau des Stadtgebiets: Während auf dem Schlachthof-Areal am Leonhardspark bereits Läden, Arztpraxen und 517 Wohnhäuser für Alleinerziehende, Familien, Singles und Studenten gebaut worden sind, befindet sich das Zucker-Bär-Gelände direkt gegenüber noch in der Bebauung. Dort sollen 91 Eigentumswohnungen entstehen sowie drei- bis fünfgeschossige Neubauten entlang der Rothenburger/ Wohlgemutstraße.
Die denkmalgeschützte Villa wird saniert. Dies war eine der Bedingungen, die der Stadtrat an die Baugenehmigung für den Grundstückseigentümer, die P&P Wohnbau aus Fürth, gestellt hatte. Für das Tiefe Feld plant die Stadt insgesamt 1150 Wohneinheiten für 2700 Bewohner. Die Architektur sieht eine Verzahnung mit der Natur vor. Der nächste Schritt sei das Bebauungsplanverfahren, teilt die Stadt mit. Der Startschuss soll in dieser Woche noch im Stadtplanungsausschuss fallen.
Neben der Prostitution (siehe Seite 1) beschäftigt die Anwohner auch der illegale Autohandel in der Gegend um die Leyher Straße. Er wachse weiter, resümiert der Bürgerverein Nürnberger Westen unter Vorsitz von Peter Büttner. Da der Untergrund nicht gefestigt sei wie auf einem Parkplatz, befürchten die Anrainer eine Umweltverschmutzung. „Die Fahrzeuge stehen überwiegend auf Grün- und Sandflächen. Besonders bei älteren Autos, Reparaturen oder Ölwechseln läuft Öl aus und geht in den Boden“, berichtet der Bürgervereinsvorsitzende. Für Büttner ist dies nicht hinnehmbar: So werde ein lebenswertes Umfeld zerstört. —Auch durch „die Ignoranz oder das Desinteresse der Behörden.“
Maly versucht, die schwierige Situation darzulegen: „Es gibt insgesamt 628 Autohändlerplätze in Nürnberg. Da sind Regelkontrollen nicht möglich.“ Allerdings habe man bereits Überprüfungen rund um die Leyher Straße durchgeführt. „Dabei konnte keine gravierende Betriebsweise oder Bodenschädigungen festgestellt werden, die ein Eingreifen erfordert hätte“, schildert Maly.
Doch nicht nur die Bodenverunreinigung stört die Anwohner. Auch die Parksituation in der Gegend sei katastrophal: „Die Stadt hatte sich die Situation bereits einmal angesehen und befunden, dass man vormittags einen Parkplatz findet“, beschreibt eine Anwohnerin. Doch nach Feierabend sei es kaum möglich, eine freie Parkbucht zu finden, meint sie und fährt fort: „Ich hoffe, die Stadt ergreift Maßnahmen. Denn auf die Bäume können wir unsere Autos leider noch nicht hängen.“
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.
In unserer Fotoserie "Auf Pirsch im Tiergarten" finden Sie tierische Fotos.