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Die Schultheiss-Wohnbau hatte Vertreter des Gewerbevereins IG Zabo eingeladen und ihnen die neuen Entwürfe für zwei Häuser mit elf bis zwölf Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten präsentiert. Diese sind auf einem 1687 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Urbanstraße und Adam-Reitenspieß-Platz geplant.
„Wir waren sehr angetan“, sagt Dieter Höllerer, Sprecher der IG Zabo, der findet, dass sich die Häuser jetzt „gut einpassen“. Die Bebauung sei „nicht mehr so grenznah“, der Grünstreifen am Adam-Reitenspieß-Platz werde nicht angetastet, berichtet Renate Schröder vom Modehaus Strunz. Die Feste auf dem Platz seien nicht gefährdet, versichert Höllerer.
Die Häuser seien „keine Klötze“, so Schröder, sondern gut gegliedert und passten sich auch farblich in Rot und Ocker der Umgebung an. „Damit kann man leben“, lautet Schröders Bilanz. Zudem habe die Baufirma glaubhaft versichert, dass der alte Backsteinbau auf dem Grundstück marode sei und nicht erhalten werden könne.
Darauf hatte zuletzt der Baukunstbeirat gedrängt, der sich letzte Woche abermals mit dem Projekt beschäftigte. Willi Egli, Vorsitzender des Gremiums, bedauert es sehr, dass das alte, zwar nicht denkmalgeschützte, aber „markante und ortsprägende“ Backsteinhaus weichen soll.
Das Ensemble sei zu unruhig. Vier einzelne Häuser statt der jeweils zwei in T-Form verbundenen würde er präferieren. Auch an der Fassade gebe es einiges zu verbessern: Diverse Balkone und Vorbauten wirkten wie „nachträglich angebaut“. Auf sie könnte man verzichten. Schon durch etwas mehr Zurückhaltung in der Farbgebung könnte man mehr Ruhe und Klarheit in das Erscheinungsbild bringen. Der Bauherr hat zugesagt, die Anregungen teilweise noch einzuarbeiten.
Wie die Schultheiss Wohnbau mitteilt, werden die beiden Häuser samt Tiefgarage (17 Stellplätze) über die Urbanstraße erschlossen. Zuvor sollte die Zufahrt über den Platz erfolgen. Beide Lösungen seien problematisch, meint Renate Schröder: „Da fallen in der Urbanstraße Parkplätze weg, aber man kann es nicht allen recht machen.“
Für die beiden Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss des an den Platz angrenzenden Gebäudes gibt es offenbar schon potentielle Käufer bzw. Mieter. „Wir sind mit verschiedenen Interessenten im Gespräch, es könnten Läden oder Praxen werden“, sagt Thomas Gröne, Technik-Vorstand bei Schultheiss.
Gegen das Projekt hatte es zunächst massiven Widerstand im Stadtteil gegeben. Die IG Zabo hatte über 1000 Protest-Unterschriften gesammelt und im November letzten Jahres der Stadtspitze übergeben. „Gebersdorfer Dampfer“ wurde das Modell eines siebenstöckigen Bürogebäudes der Cremer Vermögensverwaltungs GmbH mit Sitz in Regensburg genannt, das am Hafen an der Gutenstetter-/Diebacher Straße entstehen soll.
Für die sehr plakative und einfache Umsetzung des Schiffmotivs hatte das Nürnberger Architekturbüro Körner und Lössel bereits harte Kritik des Baukunstbeirates entgegennehmen müssen (der Stadtanzeiger berichtete) und sich zu Nachbesserungen bereit erklärt. Aus dem „Dampfer“ wurde nun im zweiten Entwurf ein „Gebäude“. Willi Egli moniert allerdings noch die runde „Bugform“ zur Diebacher Straße hin.
Die beiden kleinen Nebengebäude, die laut erster Planung an das „Hauptschiff“ als kleine Schiffe andocken sollten, wurden in der Form abgemildert und in ihrer Lage verändert. Sie sind hintereinander entlang der Diebacherstraße positioniert, so dass jetzt beim „Main-Donau-Park Cremer“ ein klarer Baukörper in L-Form entsteht. Das Grün hinter dem Haupthaus kann erhalten werden. Grundsätzlich lobt Willi Egli bei diesem Projekt den Mut, dass etwas anderes als eine „0815-Lösung“ angestrebt wurde.
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