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BlauPause: Auf den Hund gekommen?

Kunst-Schau bietet Objekte für Vierbeiner - 17.05.2012 08:59 Uhr

Da freut sich der Vierbeiner und das Herrchen wundert sich — oder umgekehrt: Hier läuft „Betty“ in Bremen durch ein Tor in einem bunten Hundezirkus-Parcours.

Da freut sich der Vierbeiner und das Herrchen wundert sich — oder umgekehrt: Hier läuft „Betty“ in Bremen durch ein Tor in einem bunten Hundezirkus-Parcours. © Nigel Treblin/dapd


Wer etwas im weltweiten Netz stöbert, der stößt hier auf die Galerie „Kunst & Hund“ in München und dort auf Abhandlungen von Tiernahrungsherstellern über den „Hund in der Malerei“, inklusive dem Hinweis auf erste Jagdhundwandmalereien um 4500 vor Christus.

Aus der jüngeren Geschichte stammt dagegen der Fall eines Kreativen aus Costa Rica, der im Rahmen einer Kunstaktion einen angeketteten Straßenhund verhungern ließ, was Tierschützer vor fünf Jahren weltweit auf die Barrikaden trieb — und womöglich entscheidend einen tierischen Impuls für die 13.Documenta in Kassel auslöste. Durchgesickert ist nämlich schon jetzt: Die große Kunstschau, die ab dem 9.Juni hundert Tage lang mehr als 150 Künstler aus 55 Ländern präsentiert, will nicht nur eine Riesenportion geistiges Futter mit Anstößen und Visionen abliefern, sondern auch einen Kunstparcours für Hunde bieten. Wobei Carolyn Christov-Bakargiev, die Documenta13-Leiterin, gerade in einem Interview betonte, dass sie zufrieden sei, wenn die Wauwaus gegen die Objekte pinkeln würden.

Schon jetzt kann man sicher sein, dass es Schlagzeilen geben wird, die verkünden, die Kunst sei auf den Hund gekommen. Andererseits werden wohl auch die Nürnberger Planer vom Servicebetrieb Öffentlicher Raum nach Kassel pilgern, um sich Inspirationen für den geplanten Hundespielplatz zu holen. Wem diese Verkettung von Hund und Kunst zu banal ist, dem sei „Ein andalusischer Hund“ der großen Surrealisten Luis Buñuel und Salvador Dalí von 1929 empfohlen. Ein irres Stück Filmkunst, bei dem Vierbeiner außen vor bleiben. 

Jo Seuß

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