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Entweder werden sie für zig Millionen versteigert und landen im Safe eines Superreichen. Oder sie gehören einem Museum, das — wie im Dürer-Fall — seine Schätze für sakrosankt und ergo nicht ausleihbar erklärt.
Als Normalbürger, mit dessen Steuergeldern staatliche Kunsthäuser wie die Alte Pinakothek finanziert werden, kann man über ein solch gutsherrenartiges Verhalten nur den Kopf schütteln. Zugleich weckt es den Widerstand. Wie wäre es mit einer Großdemo in Nürnberg, bei der alle mit Perücke und Pelzrock Flagge zeigen? Gleichzeitig könnten alle Ex-Nürnberger, die in der Landeshauptstadt arbeiten, für einen Tag in den Dürer-Streik treten. Dabei würde man gleich mal sehen, wie viele Franken inzwischen in München leben und wie weit es noch mit deren Lokalpatriotismus her ist.
Andererseits: Es spricht auch einiges dafür, die Sache nicht so arg hoch zu hängen. Schließlich gibt es genug Kopien vom Original. Oder auch Bilder, wie sie der Düsseldorfer Fotokünstler Thomas Struth macht, der gezielt Museumsbesucher porträtiert hat. Darunter auch Dürers „Selbstbildnis im Pelzrock“.
Als Inspiration für den Umgang mit großen Künstlern, deren Gemälde eine Stadt nicht besitzt, könnten zudem die französischen Städte Arles und Pont Aven dienen. Dort gibt es herrliche Vincent-van-Gogh- bzw. Paul-Gauguin-Pfade, auf denen man großformatigen Exponaten an Originalschauplätzen begegnet. So könnten wir den Oberbayern zeigen, wo der Franke den Albrecht Dürer originell abholt. Jawohl!
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12
Mo. 21.05.12
Di. 15.05.12