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BlauPause: Durchbruch an der Ampel

„The Jetlegs“ kleben in der Fürther Straße - 19.01. 07:59 Uhr

Nürnberg  - Schleimige Zeiten waren das, als in Nürnberg noch nächtens auf das Wildeste plakatiert wurde. Stromkästen, Sandkisten und Baustellenzäune waren gefundenes Fressen für Konzertveranstalter, deren Poster-Trupps sich allabendlich bekriegten, dass der Kleister spritzte.

Ein Blickfang: Aufkleber der Nürnberger Band „The Jetlegs“ kleben an vielen Ampeln entlang der Fürther Straße.
Ein Blickfang: Aufkleber der Nürnberger Band „The Jetlegs“ kleben an vielen Ampeln entlang der Fürther Straße.
Foto: Jo Seuß
Ein Blickfang: Aufkleber der Nürnberger Band „The Jetlegs“ kleben an vielen Ampeln entlang der Fürther Straße.
Ein Blickfang: Aufkleber der Nürnberger Band „The Jetlegs“ kleben an vielen Ampeln entlang der Fürther Straße.
Foto: Jo Seuß

Auch einheimische Rockmusiker beteiligten sich öfters an der Schlacht um die Hoheit bei den werbewirksamsten Blickfängen. Es war ein Jammer, manchmal auch der Hammer.

Irgendwann ist die Strafe fürs illegale Zuklatschen zu heftig geworden, während sich der hiesige (Platz-)Hirsch die Rechte für Sandkisten & Co. sicherte. Der Plakatierkäse war gegessen und aufstrebende Rockbands blieb keine andere Wahl, als ihre Werbefeldzüge ins Internet zu verlegen.

Das Dumme an dieser virtuellen Welt ist nur: Wer findet schon die Homepage eines Newcomers, der weder bei Bohlen und Raab, geschweige „Voice of Germany“ ein paar TV-Spuren hinterlassen hat? Genau, keine Sau! Und deshalb drängen mutige Lokalmatadoren wieder geballt mit plakativen Schwerpunktaktionen in den öffentlichen Straßenraum — wie jüngst die Band „The Jetlegs“. Die Jungs nahmen allerdings nicht Kleister und Papier in die Hand, sondern haben Aufkleber drucken lassen. Zwei sexy Stewardessen im knallroten Minirock sind darauf zu sehen — plus Aufdruck „Boarding Now“.



Ein absoluter Blickfang, der sich die Fürther Straße entlangzog. Und das quasi auf Augenhöhe bei so gut wie allen Verkehrszeichen im Kreuzungsbereich. Auf diese Tour hat die Band, die seit 2005 besteht, bereits Tonträger veröffentlicht und ab und zu live auftritt, in Gostenhof sogar die Antifa und einen neuen Radiosender von der Bildfläche verdrängt.

Allerdings nur für drei, vier Tage. Inzwischen hat die Aufkleber-Konkurrenz nachgelegt, während die „Jetlegs“ langsam ausfransen. Der große Durchbruch an der Ampel wird wohl doch nur ein Traum bleiben. 




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