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Jetzt ist der langgezogene Betonklotz dran. Und in letzter Minute haben sich noch mal Graffiti-Künstler an der Fassade teils in sehr luftiger Höhe verewigt, während sich davor eine Betonstele bildete, aus dem fünf teils wild verbogene Stahlträger herausragen. Sie darf vorerst stehen bleiben, während die Fassadenteile Schicht um Schicht (inklusive alten Werbe-Tafeln!) abgetragen werden. Was den Verdacht nährt, dass es sich hier vielleicht tatsächlich um ein Kunstwerk handelt.
Womöglich gar ein später Ausläufer einer Performance auf einer früheren Kasseler Documenta? Wer jetzt Unsinn ruft, dem sei gesagt: Ein Spross der Beuys‘schen „7000 Eichen“-Aktion von 1982 steht samt Tafel auf der Wöhrder Wiese als ästhetisches Anhängsel des Erfahrungsfeldes zur Entfaltung der Sinne. Wer hätte es gedacht, geschweige gewusst?
An einen Grenzfall im Bereich von Kunst und Natur erinnert derweil auch eine Eiche im Frauentorgraben gleich hinter dem Klarissenplatz beim Neuen Museum. Um ihren Stamm ist in mittlerer Höhe eine Krone gewunden, die wie der letzte Gruß eines stattlichen Laubträgers wirkt.
Ein Gag? Abfall? Nein, es ist Kunst! Geschaffen von Timm Ulrichs als „Damokles IV“ mit dem Untertitel „Baum-Krone/ Baum-Säge“. Das Werk regt zum genauen Hinsehen und Nachdenken an — seit sieben Jahren im öffentlichen Defet-Skulpturengarten.
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.