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Im Foyer des neuen Rathauses am Hauptmarkt fällt er einem wie Schuppen von den Augen, wenn man links neben der gewendelten Treppe in Richtung Bürgerinformationszentrum geht. In einer Glasvitrine steht dort eine Figur, die auf den ersten Blick an eine reichlich verbeulte Mickymaus erinnert, die einen schwarzen Strampelanzug voller greller Blümchen trägt.
Man reibt sich die Augen und fragt sich, was dieses rätselhafte Ding im Nürnberger Rathaus verloren hat. Und flugs fallen einen verlaufen, verkaufen und raus bist du ein. Doch Vorsicht: Zufällig steht dieses Teil nicht herum, wie das Schild unten am Sockel aufklärt: „China Baby“ aus „Porzellan, handbemalt und glasiert“ heißt es zum Werk, das von einem gewissen Guan Yuliang stammt. Wer da an einen Niemand denkt, dem sei gesagt: Dieser 1957 geborene Typ war immerhin einer der offiziellen Künstler bei den Olympischen Spiele 2008 in Peking.
Bleibt die Frage, wie dieses Stück Comic-Art ins Rathaus der Frankenmetropole kam. Tja, es war so: Anlässlich von zehn Jahren Städtepartnerschaft gab es 2007 aus Shenzhen ein Gastgeschenk — in Form dieses Kunstgrußes aus China. Das Amt für Internationale Beziehungen suchte geraume Zeit nach einem „würdigen Platz dafür“, wie es heißt. So landete das Stück hinter Glas im Rathausfoyer. Nur: Da hier die meisten Leute die Skulptur ignorieren, wäre ein Ortswechsel angesagt.
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.