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BlauPause: Willkommen zur Zeitreise

Von Telefonen und vergessenen Bauten - 10.01.2013 08:14 Uhr

Nürnberg  - „Wie funktioniert denn das?“, fragte mich jüngst mein achtjähriges Patenkind und stand mit großen Augen vor meinem Telefon. Das kannte Marek nur aus dem Fensehen, es handelt sich nämlich um ein Retro-Modell — mit Wählscheibe.

Teil der Dauerausstellung des Museums für Kommunikation: das W48 — dahinter eine historische Telefonanlage.
Teil der Dauerausstellung des Museums für Kommunikation: das W48 — dahinter eine historische Telefonanlage.
Foto: Stefan Hippel
Teil der Dauerausstellung des Museums für Kommunikation: das W48 — dahinter eine historische Telefonanlage.
Teil der Dauerausstellung des Museums für Kommunikation: das W48 — dahinter eine historische Telefonanlage.
Foto: Stefan Hippel

Die Rede ist vom Wählfernsprecher 1948, kurz W48, heute der Inbegriff des „alten Telefons“. Zugegeben, ein Zweitgerät, aber die rasselnde Wählscheibe, der Hörer am „Baumwollkabel“ und die Klingelschalen — das hat schon was!

Die Vorzüge liegen auf der Hand: Man schult sein Gedächtnis, da man bei diesem Telefon selbstredend gar nichts speichern kann. Zudem nimmt man sich wieder Zeit fürs Telefonieren, da man fest an einen Platz gebunden ist, und erledigt nicht allerlei Dinge nebenbei. Ein Genuss in unserer allzu hektischen Welt und zugleich eine heimelige Erinnerung an vergangene Zeiten, der man in Nürnberg derzeit vielerorts frönen kann.


Wer sich diese Woche auf Zeitreise begeben möchte, dem seien zwei ganz unterschiedliche Veranstaltungen ans Herz gelegt: Die Fotos des Kunsthistorikers Fritz Traugott Schulz aus den Jahren von 1901 bis 1926 zeigen ein anderes, ein noch schöneres Nürnberg. Erstmals stellt das Stadtarchiv die wertvollen Dokumente zur Schau. Die Ausstellung „Nürnbergs Bürgerhäuser“, die noch bis zum 28.April in der Norishalle, Marientorgraben 8, zu sehen ist, sollte man sich keinesfalls entgehen lassen.

Dann kam der Zweite Weltkrieg und die Zerstörung Nürnbergs nahm ihren Lauf. Das Filmhaus in der Königstraße 93 entführt am 16. Januar um 19.30 Uhr mit „Leo und Claire“ seine Besucher ins Nürnberg zur Zeit des Nationalsozialismus.

Mit dem Frieden kam das Nachkriegstelefon W48 — bis Ende der 1960er Jahre blieb es das robuste Basistelefon der Deutschen Bundespost. Wer neugierig geworden ist und sich das gute Stück im Original anschauen möchte, der sollte im Kommunikationsmuseum in der Lessingstraße6 vorbeischauen. Dort reicht die telefonische Zeitreise übrigens zurück bis ins Jahr 1880.

  

Claudia Beyer

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