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Hallo Herr Dimanski, was machen Sie denn gerade? Genießen Sie schon den Ruhestand?
Norbert Dimanski: Nein, noch nicht. Ich bin gerade dabei, das Lokal auszuräumen und sauber zu machen. Aber die Küche ist schon kalt und wird es wohl auch noch eine Weile bleiben, denn ein Nachfolger ist noch nicht gefunden.
Gute Sportheimwirte sind offenbar nicht so leicht zu finden. Wo liegt das Problem?
Dimanski: Als ich im Januar 1987 hier in einer kleinen Küche angefangen habe, war zuerst auch nix los. In elf Jahren zuvor waren hier zehn Pächter drauf. Aber dann ging es langsam bergauf.
Vereinsgaststätten waren früher mal beliebte Restaurants, wo die ganze Familie nicht nur am Sonntag zum Essen hinging.
Dimanski: Früher gab es auch noch mehr Geselligkeit. In vielen solcher Lokale gab es beispielsweise Kegelbahnen, wo man sich regelmäßig traf. Heute haben die Gaststätten eher einen schlechten Ruf. Meiner Ansicht nach gibt es hier zu wenig bodenständige deutsche Küche und zu viel Pizza oder Giros.
Tragen denn nicht auch die Vereine Schuld an dieser Entwicklung?
Dimanski: Die Vereine sind oft selbst schuld. Die Miete für die Lokale ist zu hoch, weil man mitverdienen will. Aber auch für den Wirt muss etwas übrig bleiben. In Worzeldorf gab es übrigens da nie Probleme. Die Zusammenarbeit mit der Vorstandschaft klappte immer ganz ausgezeichnet. Ein Garant für Erfolg und Langlebigkeit.
Aber in Vereinsheimen treffen sich doch auch die Sportler, etwa nach dem Training oder nach Spielen? So war es jedenfalls früher.
Dimanski: Von den Sportlern können sie nicht leben. Der SC Worzeldorf hat 1300 Mitglieder, wenn 50 bis 60 davon einmal im Monat bei mir gegessen haben, war das viel.
Wie hat denn Ihr Erfolgsrezept ausgesehen? Für Ihr Engagement haben Sie sogar ein Belobigungsschreiben des Bayerischen Landessportverbandes bekommen, eine eher seltene Auszeichnung für einen Vereinswirt.
Dimanski: Gute Küche ist das Zauberwort. Ich bin selbst gelernter Koch mit Meisterbrief und hatte, bevor ich nach Worzeldorf ging, die Gaststätte „Auerhahn“ in der Südstadt. Dort hatte ich zwischen 80 und 100 Mittagessen am Tag.
Warum sind Sie denn da nicht geblieben?
Dimanski: Das Haus wechselte den Besitzer und der hat keine Hunde geduldet. Da habe ich mit Frau und Hund gekündigt und bin nach Worzeldorf gegangen.
Wie haben Sie denn dort nach den vielen Pächterwechseln das Vereinslokal wieder auf Vordermann gebracht?
Dimanski: Fränkische Küche und saisonale Gerichte. Dazu aber auch französische Spezialitäten wie etwa Chateaubriand oder Filetsteaks in allen Variationen. Viele meiner alten Stammgäste sind mit nach Worzeldorf „umgezogen“.
Französische Küche im Sportheim des SC Worzeldorf?
Dimanski: Ja. Das ging eine Weile sogar ganz gut. Ich habe ja im Verlauf meiner Berufslaufbahn auch in einigen großen Hotels gearbeitet und mir die Rezepte dort angeeignet. Aber ich habe auch gemerkt, dass alles, was mehr als 15 Euro kostet, einigen Gästen zu teuer ist. Die gehen dann lieber ins Sternerestaurant, wo die Teller größer und die Portionen kleiner sind, als in ein Sportheim.
Jetzt ist für Sie und Ihre Frau Schluss beim SC Worzeldorf. Welchen Tipp haben Sie denn für Ihren Nachfolger, falls sich einer findet?
Dimanski: Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn wir haben hier nette Gäste kennengelernt und Freunde gefunden. Meinem Nachfolger kann ich nur raten, in meinem Stil hier weiterzumachen.
Mehr Informationen über die Gaststätte des SC-Worzeldorf in unserer Rubrik Essen und Trinken!
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