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„Da sind schon die Ratten herumgesprungen“

Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) musste Obdachlosen-Lager an der Katzwanger Straße räumen - 05.05.2012 08:59 Uhr

Obdachlosen-Lager am Hasenbuck: In dem kaputten Zelt lebten zwei Ungarn.

Obdachlosen-Lager am Hasenbuck: In dem kaputten Zelt lebten zwei Ungarn. © Blendinger


Teilnehmer der „Kehrd wärd“-Aktion des Bürgervereins Hasenbuck waren auf das Lager gestoßen. „Ihnen bot sich ein erschreckender Anblick“, sagt Bürgervereinsvorsitzender Hans Blendinger. Zwischen vergammelten Speiseresten tummelten sich die Ratten. Rund um die Überreste von alten Zelten lag der Müll. In einem Brief an den Oberbürgermeister forderte der Bürgerverein, die menschenunwürdigen Zustände möglichst schnell zu beenden.

Dies ist mittlerweile geschehen, wie Hans-Peter Kauppert von Sör gegenüber dem Stadtanzeiger erklärte. Die Behörde hatte das Freiluft-Lager bereits seit längerem auf dem Kieker. Den beiden Bewohnern, zwei Ungarn, habe man zusammen mit der Polizei des Öfteren Besuche abgestattet und sie aufgefordert, den Platz zu säubern. Kauppert: „Wir haben es zuerst mit gutem Willen probiert.

Ultimatum gestellt

Zuletzt hatte man den beiden Obdachlosen sogar ein Ultimatum zur Räumung des Lager gestellt, das ohne Reaktion verstrichen sei. Jetzt ist Sör mit einem Lkw und Greifer angerückt (Kauppert: „Mit der Hand konnte man den Müll nicht mehr anfassen.“) und hat rund zwei Kubikmeter Abfall in die Müllverbrennungsanlage transportiert. Da seien die Ratten rumgesprungen, berichtet Kauppert. So etwas hätten die Sör-Mitarbeiter schon lange nicht mehr gesehen. Die beiden „Bewohner“ seien aber verschwunden. Ärger mit den Hinterlassenschaften von Obdachlosen gibt es laut Kauppert öfter, allerdings nicht in diesem Ausmaß. Ausnahme seien die Menschen gewesen, die den Winter unter der Franz-Josef-Strauß-Brücke verbrachten (der Stadtanzeiger berichtete). Die hätten sich sogar ziemlich bequem eingerichtet. Man habe das Lager bisher geduldet, weil es lange keine Probleme gab.

Nachdem der Fall öffentlich wurde, hätten viele Bürger dort, um zu helfen, Möbel und andere Gegenstände abgeladen. Als Spenden sozusagen. Kauppert: „Einige haben darin allerdings die Möglichkeit gesehen, ihren Sperrmüll hier loszuwerden.“ Sör habe dann den Obdachlosen geholfen, diese Gegenstände zu entsorgen. 

Reinhard Schmolzi

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