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„Danke fürs Klartext reden“

Stadterneuerung Kraftshof: Bedenken ausgeräumt - 03.02.2013 08:59 Uhr

KRAFTSHOF  - Oberbürgermeister Ulrich Maly und Wirtschaftsreferent Michael Fraas liefen gemeinsam in Kraftshof auf, um über die geplante Stadterneuerung zu informieren.

Hat höchste Priorität bei der geplanten Sanierung: der Kraftshofer Kirchenvorplatz.
Hat höchste Priorität bei der geplanten Sanierung: der Kraftshofer Kirchenvorplatz.
Foto: Mark Johnston
Hat höchste Priorität bei der geplanten Sanierung: der Kraftshofer Kirchenvorplatz.
Hat höchste Priorität bei der geplanten Sanierung: der Kraftshofer Kirchenvorplatz.
Foto: Mark Johnston

Es passiert nicht alle Tage, dass der Oberbürgermeister vorbeikommt und (zumindest symbolisch) 60000 Euro auf den Tisch legt mit den Worten: „Dieses Geld ist für Sie reserviert – wenn Sie es wollen!“ Lange war es unklar, ob die Kraftshofer eine teure Umgestaltung ihres historischen Kirchenvorplatzes plus weiterer Umbauten in ihrem Dorf überhaupt wollen. Viele fürchteten versteckte Kosten, die von den Anwohnern zu zahlen sind (der Stadtanzeiger berichtete).

Doch der Besuch von OB Maly und Wirtschaftsreferent Michael Fraas im Kraftshofer Gemeindehaus scheint einen Schlussstrich unter die Kontroverse gesetzt zu haben: Das Dorf soll Stadterneuerungsgebiet werden und innerhalb des nächsten Jahrzehnts umfassend verschönert werden. „Die Gestaltung wird auf höchstem Niveau erfolgen“, betont Fraas. „Sie hat für uns das selbe Gewicht wie der Nürnberger Hauptmarkt.“ Kein Wunder, ist Kraftshof doch ein beliebtes Ausflugsziel und die Kirche ein begehrter Ort für Trauungen.


Das Geld für die Stadterneuerung – insgesamt zwei Millionen Euro — kommt von Bund, Stadt und Freistaat. „Wir werden niemanden zwangsbeglücken, und es wird auch keine bösen Überraschungen bei den Kosten geben“, verspricht Maly. Garantie dafür sei eine umfangreiche Bürgerbeteiligung durch die Einrichtung eines Meinungsträgerkreises aus Anwohnern, Geschäftsleuten sowie Vertretern von Gemeinden, Parteien und Verbänden. Die Gruppe soll alle Aktionen koordinieren und die Bürger schriftlich nach ihren Vorstellungen befragen.

Bürger und ihre Wünsche

Auf diese Stellungnahmen freut sich Dienststellenleiter Hans-Joachim Schlößl vom Amt für Wohnen- und Stadtentwicklung ganz besonders: „In Kraftshof haben wir etwa 700 Haushalte – im Gegensatz etwa zu über 8000 am Nordostbahnhof. Das bedeutet, wir haben hier die Chance, wirklich jeden Bürger nach seinen Wünschen zu fragen.“


Bei der Veranstaltung im Kraftshofer Gemeindehaus sind aber erst mal viele Zuhörer schlicht baff. Pläne für ein Zwei-Millionen-Euro-Projekt schüttelt man nicht so einfach aus dem Ärmel.

„Eigentlich haben wir ja alles, was wir brauchen“, meinen viele. Doch dann dauert es gar nicht lang, bis doch erste Ideen kommen: Saubere Parkplätze am Kressenstein, ein Dach für den Fahrradparkplatz an der Bushaltestelle, eine Entschärfung der Haarnadelkurve am Ortseingang und – ganz wichtig: Mehr Sicherheit auf den Straßen für Schulkinder und Senioren.

Höchste Priorität hat aber nach wie vor der Kirchenvorplatz. Hier sollen die Bauarbeiten bis zum Jubiläumsfest 2015 abgeschlossen sein. „Dann wollen wir keine Bauzäune und Gruben auf den Fotos haben“, meint Thomas Schneider vom Kraftshofer Bund.

Damit dieser ehrgeizige Zeitplan klappt, ist Eile geboten: Bereits im März soll der Meinungsträgerkreis das erste Mal zusammenkommen und Pläne für den Kirchenvorplatz entwickeln. Bis zur Sommerpause sollen die ersten konkreten Modelle vorliegen, so dass 2014 gebaut werden kann. Ob mit Kopfstein-Pflaster oder Asphalt, Parkplätzen oder Bäumen – das entscheiden die Kraftshofer selber.

Nur eines steht fest: Am Ende der Veranstaltung sind viele Bedenken der Kraftshofer entschärft und Thomas Schneider bedankt sich ausdrücklich bei Fraas und Maly: „Sie haben Wort gehalten, sind hierher gekommen und haben Klartext geredet! Das gibt uns Hoffnung, dass nun alle Streitigkeiten beigelegt werden können und wir einen wirklichen Neuanfang wagen können.“

  

PETER ROMIR

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