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Die Bewegungen fließen lassen

Johann Mastel trainiert nach dem KOSH-System — Selbstverteidigung geht nicht ohne gutes Körpergefühl - 22.12.2012 07:59 Uhr

NÜRNBERG/SÜDSTADT  - Aktiv in Nürnberg: Der Stadtanzeiger möchte Menschen vorstellen, die in ihrer Freizeit etwas Besonderes unternehmen. Johann Mastel studiert Jura an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen und büffelt derzeit für sein erstes Staatsexamen. Das konzentrierte Sitzen und Lernen gleicht der 23-Jährige mit Kampfsport aus – aber nicht etwa mit Karate oder Kickboxen, sondern mit einer waffenlosen Selbstverteidigungsart nach dem KOSH-System.

Johann Mastel (li.) trainiert auch andere. Hier übt er die Kampftechnik mit Vladimir Müller.
Johann Mastel (li.) trainiert auch andere. Hier übt er die Kampftechnik mit Vladimir Müller.
Foto: Hippel
Johann Mastel (li.) trainiert auch andere. Hier übt er die Kampftechnik mit Vladimir Müller.
Johann Mastel (li.) trainiert auch andere. Hier übt er die Kampftechnik mit Vladimir Müller.
Foto: Hippel

„Beim KOSH wird die Kraft des Angreifers über ein Holzstöckchen abgelenkt, das nur so groß ist wie ein Kugelschreiber“, erklärt Mastel „Man versucht, die Nervenpunkte des anderen zu treffen, um ihn so aus dem Gleichgewicht zu bringen.“ Es handele sich um ein schnelles, fließendes Kampfsystem, das auf dem Wissen von Anatomie, Physik und Biomechanik aufbaut. Es hat sich seit einiger Zeit auch als Gewalt-Präventionsprogramm etabliert.

Von Beginn an trainiert Johann Mastel in der Free Fight Academy Nürnberg (FFA), die von Sergiy Proskura mit gegründet wurde. „Ich hatte vorher nichts mit Kampfsport zu tun, bis ich Sergiy vor vier Jahren kennenlernte. Von den waffenlosen Kampftechniken war ich sofort begeistert.“


In einer Turnhalle begannen Johann Mastel und einige Mitstreiter mit Proskura, der über Erfahrung als Personenschützer verfügt, regelmäßig zu trainieren. „Wir erlernten auch Sambo-Combats, das sind spezielle Schlag-, Kick- und Bodentechniken zur Selbstverteidigung ohne Waffen, die sich aus verschiedenen Sportarten entwickelten.“

Bis zu sechsmal pro Woche trainierte Mastel und brachte es 2010 sogar zum Bayerischen Meistertitel in dieser Disziplin. Derzeit fehlt ihm wegen des Studiums aber die Zeit, um intensiv zu trainieren.

Wie alle anderen Kampftechniken auch, dürfen die Sambo-Combats und das KOSH-System nur im Notfall angewendet werden. „An der Academy gibt es regelmäßig Anti-Gewalt-Kurse für Jugendliche, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind oder Gefahr laufen, dies zu tun“, erklärt Mastel.

Zudem stehen soziale Projekte wie die Integration durch Sport in der FFA ganz oben auf dem Programm. Angeboten werden auch spezielle Selbstverteidigungskurse für Kinder, Frauen und Senioren.

Mastel stellt sich gern für die anderen FFA-Mitglieder aller Altersklassen (zwischen 5 und 74 Jahren) als Trainingspartner zur Verfügung. Dabei muss er sich schnell auf den anderen einstellen. „Ich habe dadurch viel gelernt. Außer Körperbeherrschung habe ich nämlich auch im Umgang mit den unterschiedlichen Menschen viele Erfahrungen gewonnen, die ich als Jurist gut gebrauchen kann.“

Kontakt: Free Fight Academy, Allersberger Straße 185 3A (Frankenfitness), Kontakt: Sergiy Proskura, Tel.: 0176/56427801
 

Sind Sie begeistert in einem Verein dabei? Vielleicht suchen Sie Gleichgesinnte, die mit Ihnen Filmklassiker anschauen oder Aquarelle malen? Melden Sie sich beim Nürnberger Stadtanzeiger. Per Telefon 216-2416, Fax 216-1570 oder E-Mail an nn-anzeiger@pressenetz.de.
 

Sabine Beck

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