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Ruhig, ja gelassen sitzt die kleine, dezent geschminkte Frau mit den kurzen, blond-grauen Haaren in einem der Klassenzimmer der Peter-Vischer-Schule. Dort ist die 58-Jährige stellvertretende Leiterin. Ab 1.Februar wird sie ein paar Kilometer entfernt Chefin des Johannes-Scharrer-Gymnasiums. Aufregende Zeiten stehen an.
Um den Wechsel sanfter zu gestalten, ist eine zweiwöchige Übergangsphase geplant, in der sie zwischen beiden Schulen hin und her hüpft. „Da werde ich morgens aufpassen müssen, dass ich in die richtige Richtung fahre“, sagt sie lächelnd.
Seit 1994 arbeitet Spies an der Peter-Vischer-Schule, seit 2005 gehört sie dem Direktorat an. „Ich gehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, erzählt sie mit einem tiefen Atemzug. Hier sei alles bekannt — gleichzeitig freue sie sich auf die neue Position: „Das ist eine echte Herausforderung, denn als Schulleiterin werde ich bald viele Sachen machen, die ich als Stellvertreterin nicht tun musste.“
Die Stadt hatte die Position im „Scharrer“ ausgeschrieben. Sie hat sich gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt. „Wenn man es genau nimmt, ist es nur die nahtlose Fortsetzung meiner Laufbahn“, sagt Spies, die Mathematik und Physik unterrichtet. Dass sie es als Frau an der Spitze eines Gymnasiums schwer haben wird, glaubt sie nicht: „Frauen an Nürnberger Gymnasien sind ja keine Seltenheit. Außerdem war ich bereits zu Referendariatszeiten durch meine Fächerkombination ein Exot und weiß im Falle des Falles mit Kommentaren umzugehen.“ Ganz am Anfang wollte sie eigentlich Handarbeitslehrerin werden. „Doch dann habe ich gemerkt, die werden immer geärgert — auch von mir.“
Für ihre neue Stelle hat sie sich einiges vorgenommen: „Ich möchte die Schüler so fördern und fordern, dass sie die Schule mit einem vernünftigen Abschluss verlassen. Hierzu zählt eine Lernförderung und ein angenehmes Klima, in dem man sich wohl fühlt, damit das Lernen Spaß macht“, erzählt die Pädagogin, die selbst zwei Kinder mit Mitte zwanzig hat.
Von Schülern wird sie als streng beschrieben, was sie nicht abstreitet: „Ich bin streng, weil ich einen gewissen Rahmen brauche, in dem es ruhig ist.“ Nur so sei der Unterricht effektiv, danach könne es aber „auch gerne mal lustig werden“.
In ihrer Freizeit liest Spies gerne „einen guten Krimi“. Oder sie bastelt als Mathematikerin kreativ am Computer. Denn mit einem „Das ist halt so“ mag sie sich bei Problemen nicht zufriedengeben.
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