Ob in Gostenhof, Großreuth, Langwasser oder Zabo — die Planungen für die Kirchweihen in diesem Jahr sind weit gediehen. Das ist nicht selbstverständlich, hatte es doch letztes Jahr in den Stadtteilen teilweise massive Klagen über den Süddeutschen Schaustellerverband, Sektion Nürnberg, gegeben. Dieser habe sich nicht genug darum gekümmert, dass die Kärwas ordentlich von den Schaustellern beschickt werden, so lautete der Vorwurf (der Stadtanzeiger berichtete).
In der Folge kündigte der Schaustellerverband den Vertrag mit der Stadt. Wie es mit den Kirchweihen weitergeht, war zunächst ungewiss. Es wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die sich Gedanken über neue Konzepte machen soll. Bis zum Frühjahr sollen erste Vorschläge vorliegen, anschließend wird der Stadtrat entscheiden.
Die Neuorganisation soll freilich erst ab 2013 greifen. Für 2012 springt das städtische Liegenschaftsamt in die Bresche, schreibt die Kirchweihen aus und macht die Verträge mit den Schaustellern. „Die Kirchweihen werden alle beschickt“, meldet Amtsleiter Claus Fleischmann und lobt seine Mitarbeiterin Corinna Frank, „die sich förmlich ein Bein ausgerissen hat“.
In einigen Stadtteilen nehmen die Bürger die Organisation der Kirchweih freilich schon heuer selbst in die Hand. In Gostenhof setzt Pfarrer Peter Bielmeier von der Dreieinigkeitskirche wie schon im letzten Jahr wieder auf eine Blues- und Rock-Kärwa, die vom 1. bis 5. Juni rund um die Kirche stattfindet. „Wir wollen als lokale Akteure die Veränderung verstetigen und die Ortsgebundenheit verfestigen“, betont er.
So wird es ein Festbier von der Gostenhofer Schanzenbräu geben. Die Musikzentrale organisiert Newcomer-Bands, die an zwei von fünf Abenden spielen können. Bereits fest gebucht sind Auftritte von „Peppermans Friend“, „Goldrausch“ und „Black Purple“. Noch offen ist, ob es einen türkischen Abend gibt und ob die Gostenhofer Kneipen kooperieren. Für Familien mit Kindern werden natürlich Karussell, Schiffsschaukel und Süßwarenbude aufgestellt.
In Zerzabelshof wird die Kirchweih (25. bis 28. Mai) erstmals vom örtlichen Gewerbeverein, der Interessengemeinschaft (IG) Zabo, organisiert. „Das Liegenschaftsamt ist sehr kooperativ und hilft bei den Verträgen“, lobt IG-Sprecher Dieter Höllerer. Um die Bands hat sich — wie schon seit zwölf Jahren — Helmut Schröder, Inhaber des Modehauses Strunz, gekümmert. Die Rockfans dürfen sich unter anderem auf „Snake Hunter“, die „Isarrider“ und die „Arnie van Straaten Band“ freuen. Die Schausteller werden an den Kosten beteiligt, den Großteil übernehmen allerdings die IG Zabo und Udo Hablowetz von Vetters Imbiss.
In Großreuth hinter der Veste darf die Kirchweih (1. bis 4. Juni) endlich auch wieder so heißen. Im letzten Jahr durften die Aktiven um Heinz Nether nur ein „Bürgerfest“ veranstalten, nachdem Stadt und Schaustellerverband die Kirchweih einfach von der Liste gestrichen hatten. „Wir feiern ganz klassisch mit Betzentanz, Baumaufstellen und Kuhbingo“, kündigt Nether an. Es gebe ausreichend Schausteller, sogar mehr als im Vorjahr. Die Verträge macht der Festwirt Reinhard Gschrey.
„Ein Problem sind allerdings die Kosten, weil wir auf städtischem Grund feiern“, merkt Nether an. Die kleinen Kirchweihen mit wenig Umsatz müssten nun mal die gleichen Gebühren zahlen wie die großen. „Das geht nur mit Spenden“, sagt der Vorsitzende des Festausschusses, die im Stadtteil Großreuth h.d.V. zum Glück in ausreichendem Maße fließen.
Um Kosten zu sparen, hat der Bürgerverein Langwasser die Kirchweih 2012 von fünf auf vier Tage reduziert: Sie findet vom 10. bis 13.August statt. „Am Dienstag war das Zelt sowieso immer nur noch sehr mäßig besucht“, sagt Vereinsvorsitzender Manfred Richter. Das Bierzelt von Wirt Reinhard Gschrey wird zugunsten eines Biergartens im Freien etwas schmäler. Auch beim Musikprogramm geht der Bürgerverein neue Wege — „nicht mehr so laut, so dass Unterhaltungen noch möglich sind“, kündigt Richter an. Ansonsten bleibt alles beim Alten mit Festumzug, Gottesdienst im Zelt und Seniorennachmittag. Über mangelnde Anmeldungen von Schaustellern kann der Vereinschef nicht klagen.
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