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Die Kritik am Friedrich-Ebert-Platz nimmt kein Ende

Ein halbes Jahr nach der Eröffnung des neuen U-Bahnhofs geht es immer noch um die Gestaltung - 03.05.2012 16:59 Uhr

Der  Friedrich-Ebert-Platz aus der Vogelperspektive: Auf der rechten Seite sieht man den Colleggarten mit dem Norisbrunnen und der Mauer, links die geplante Rasenfläche.

Der Friedrich-Ebert-Platz aus der Vogelperspektive: Auf der rechten Seite sieht man den Colleggarten mit dem Norisbrunnen und der Mauer, links die geplante Rasenfläche. © Oliver Acker — www.digitale-Luftbilder.de


„Momentan ist hier nur Erde und Dreck. Es wird halt eine Wiese — die einfallsloseste Lösung an dieser Stelle“, kritisiert Gero Berndt, der seit knapp 20 Jahren seine Praxis am Friedrich-Ebert-Platz hat und direkt auf jene vergessene Fläche blickt, die sich an der Bucher Straße stadtauswärts Ecke Schweppermannstraße befindet.

„Früher wurde sie dreimal im Jahr aufwendig und liebevoll bepflanzt“, erinnert er sich wehmütig. Während des UBahnbaus diente sie als Abstellplatz für Baustellenfahrzeuge. „Wenn man die Fläche jetzt sich selbst überlässt, endet sie als Hundewiese“, prophezeit der Nürnberger.

Tobias Schmidt vom Vorstadtverein Nürnberg-Nord teilt diese Befürchtungen. Insbesondere, da es hier wenig Grünflächen für Hunde gebe. Er regt an, dass sich die Stadt mit den Anwohnern zusammensetzt, um über Beetpatenschaften zu sprechen.Man könne auch einfach Samenbomben werfen — immerhin sei Guerilla Gardening derzeit in aller Munde. Der Vorstadtverein signalisiert Gesprächsbereitschaft.

Farbtupfer würden dem Platz gut tun, betont Schmidt. Denn auch wenn die U-Bahn ein großer Gewinn für die Nordstadt sei, „wird die Mehrheit den Friedrich-Ebert-Platz nie lieben lernen“. Er hofft, „dass die Begrünung im Laufe der Zeit das wettmacht, was der Platz an Qualität der neuen Bauten missen lässt“. Dabei spielt auch der angrenzende Colleggarten eine Rolle. Schmidt wünscht sich, „dass der Park wieder seiner Funktion als kleine grüne Oase für alle erfüllen wird“.

Wie berichtet, hat die Stadt 2009 nach massiven Bürgerprotesten gegen einen geplanten Kahlschlag im Colleggarten in Abstimmung mit der Anwohnerinitiative und dem Bund Naturschutz ein neues Gesamtkonzept entwickelt. Die Arbeiten starteten Anfang 2011, seitdem befindet sich die Parkanlage im Wandel.

Farbe für Mauer

Noch zieht hier ein tristes Grau die Blicke auf sich, doch schon bald soll die Sichtschutzmauer in einem Rotton gestrichen und in Anlehnung an die Fassade des Staatsarchivs mit beige-grauen Muschelkalkplatten verkleidet werden. Ende 2011 wurden die Betonplatten errichtet, die den Straßenraum und den Parkbereich voneinander abgrenzen sollen, so Hans-Peter Kauppert vom Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör). An der Mauer entlang wird ferner ein zwei Meter breiter Pflanzstreifen, der unregelmäßig durch Sitznischen unterbrochen wird, für blühende Stauden angelegt. Die Abtrennung umfasst die hinteren beiden Drittel der Archivstraße, damit sich der Park zum Friedrich-Ebert-Platz öffnet. „Nach der Umgestaltung präsentiert sich der Platz viel offener, das nimmt der Colleggarten auf“, meint Kauppert.

Er sprudelt wieder: der Norisbrunnen im Colleggarten. Im Hintergrund entsteht die Sichtschutzmauer.

Er sprudelt wieder: der Norisbrunnen im Colleggarten. Im Hintergrund entsteht die Sichtschutzmauer. © Eduard Weigert


Auch wenn die meisten Anwohner die über 100 Meter lange Mauer schlicht überflüssig finden und bedauern, dass sich der Friedrich-Ebert-Platz in eine Betonwüste verwandelt habe, „sind wir doch zufrieden, dass unsere Bäume hier im Park noch stehen“, betont Ditmar Heinl von der Anwohnerinitiative.

Neuer Spielplatz

Auch neue Wege werden angelegt. Spätestens bis September soll alles fertig sein, kündigt Kauppert an. Damit endet der zweite Bauabschnitt.

Im dritten soll der Spielplatzes aufgepeppt werden, vor dem Umbau soll es im Sommer noch zwei Nutzerbefragungen geben. Fest steht, dass der Spielplatz größer wird und neue Geräte aufgestellt werden. Nur die Basketballanlage bleibt erhalten. Mit etwas Glück, so Kauppert, starten die Arbeiten noch im Herbst, sonst im Frühjahr 2013. Die Kosten für die ersten beiden Bauabschnitte belaufen sich auf insgesamt 488000 Euro.

  

CLAUDIA BEYER

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