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Die Kunstwerke sind gerettet

Zollhaus: Wertvolle Figuren werden doch saniert - 23.02. 07:59 Uhr

ZOLLHAUS  - Ende gut alles gut: Die maroden Betonskulpturen in der Rangierbahnhofsiedlung werden restauriert. Ein Großteil der unter Denkmalschutz stehenden Kunstwerke wurde bereits in eine Bamberger Werkstatt transportiert.

Vorbild: Rudolf Böhmländer hat den Anfang gemacht und den alten Beton-Hahn saniert. Nur die für einen Transport zu schweren Kunstwerke stehen, gut geschützt, noch in der Siedlung.
Vorbild: Rudolf Böhmländer hat den Anfang gemacht und den alten Beton-Hahn saniert. Nur die für einen Transport zu schweren Kunstwerke stehen, gut geschützt, noch in der Siedlung.
Foto: Stefan Hippel
Vorbild: Rudolf Böhmländer hat den Anfang gemacht und den alten Beton-Hahn saniert. Nur die für einen Transport zu schweren Kunstwerke stehen, gut geschützt, noch in der Siedlung.
Vorbild: Rudolf Böhmländer hat den Anfang gemacht und den alten Beton-Hahn saniert. Nur die für einen Transport zu schweren Kunstwerke stehen, gut geschützt, noch in der Siedlung.
Foto: Stefan Hippel

Im Mai letzten Jahres sah es noch so aus, als würden die wertvollen Skulpturen, die in den 60er Jahren in der Siedlung aufgestellt wurden, langsam aber sicher verrotten. Hella Rossner-Böhnleins „Paar“, das auf einer freien Wiese postiert wurde, oder die „Badende Susanne“ von Emil Zentgraf als Symbol weiblicher Reinheit und Reinlichkeit, die „Familie“ von Fritz Birkmann, eine Figurengruppe aus Beton und Eisen, um nur einige der Werke zu nennen, präsentierten sich in einem jämmerlichen Zustand (der Stadtanzeiger berichtete).

Der Zahn der Zeit, Wind und Wetter, hatten ihre Spuren hinterlassen. Zum Teil bröckelte der Beton, in den Skulpturen zeigten sich große Risse und die Bodenverankerungen aus Eisen waren schon verrostet. Niemand, so klagten Anwohner, habe sich um den Erhalt gekümmert. Auch die Denkmalbehörde war alarmiert.

Doch die Rettungsaktion verlief schwieriger als gedacht. Das Problem: Die Deutsche Annington hatte die gesamte Siedlung vor Jahren gekauft und danach begonnen, einzelne Wohnungen und Häuser weiter zu veräußern. Deshalb mussten sich die Denkmalschützer auf die Suche nach den Eigentümern machen, denn nicht nur die Immobilien wechselten den Besitzer, sondern auch die Grundstücksflächen, auf denen die Kunstwerke standen.

Mit Zwang gedroht


Die Bereitschaft, Geld für die Sanierung der Skulpturen in die Hand zu nehmen, war anfangs nicht groß. Die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt musste gar mit Zwangsmaßnahmen drohen, um einen Sinneswandel zu bewirken.


Das Eis zum Schmelzen brachte im September Rudolf Böhmländer. Der 50-jährige Betriebsleiter ließ einen 1959 aufgestellten Beton-Gockel des Bildhauers Werner Ramsauer auf eigene Kosten sanieren und dann in seinem Garten am Erdwinkel aufstellen. Das Beton-Tier, so sagte er damals dem Stadtanzeiger, sei ihm ans Herz gewachsen. Schließlich stand es genau an dem Sandkasten, in dem er als Kind gespielt hatte.

Nikolaus Benker von der Unteren Denkmalschutzbehörde: „Das war eigentlich der Durchbruch. Die anderen Eigentümer haben gesehen, dass sich eine Sanierung lohnt und auch gar nicht so teuer ist.“ Böhmländer hatte für seinen generalüberholten Hahn rund 2400 Euro bezahlt.

Kosten aufgeteilt



Die Deutsche Annington hat jetzt die Sanierung der restlichen Kunstwerke in die Hand genommen. Die Kosten, so

die Unternehmens-Sprecherin Katja Weisker, würden natürlich auf die Eigentümer verteilt. Von den insgesamt sieben Skulpturen sind fünf abgeholt und in eine Spezialwerkstatt nach Bamberg gebracht worden. Zwei weitere waren für einen Transport zu groß. Sie wurden gut verpackt, damit sie vor Frost und Eis geschützt sind. Ihre Restaurierung soll im Frühjahr beginnen.

Auch die verblassten Sgraffiti, die Wandbilder an den Garagen, werden wieder aufgehübscht. Bis Sommer, so die Annington-Sprecherin, soll alles fertig sein. Für die Skulpturen fallen nach ersten Schätzungen Kosten in Höhe von 12000 Euro an, die Wiederherstellung der Sgraffiti dürfte mit rund 20000 Euro zu Buche schlagen.
  



REINHARD SCHMOLZI

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