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Dunkler Kubus am Siedlerhaus

Auch ohne Denkmalschutz kann Rücksicht walten - 01.03.2012 07:58 Uhr

ZIEGELSTEIN  - Die Demarkationslinie verläuft hinter den Häusern an der Westseite der Ziegelsteinstraße. Dort ist die Siedlung im Loher Moos, laut Baureferat eines der schönsten Ensembles in ganz Nürnberg, denkmalgeschützt. Vorn, bei den vierspännigen Reihenhäusern aus den 20er Jahren, haben die Denkmalschützer resigniert. 2008 wurde dort der Ensembleschutz aufgehoben.

Der mit dunklen Eternitplatten verkleidete Anbau und der sanierte Altbau vom Garten aus gesehen.
Der mit dunklen Eternitplatten verkleidete Anbau und der sanierte Altbau vom Garten aus gesehen.
Foto: Stefan Hippel
Der mit dunklen Eternitplatten verkleidete Anbau und der sanierte Altbau vom Garten aus gesehen.
Der mit dunklen Eternitplatten verkleidete Anbau und der sanierte Altbau vom Garten aus gesehen.
Foto: Stefan Hippel


Der helle Wohnraum des Anbaus. Rechts die Treppe zum Bestand.
Der helle Wohnraum des Anbaus. Rechts die Treppe zum Bestand.
Der helle Wohnraum des Anbaus. Rechts die Treppe zum Bestand.
Der helle Wohnraum des Anbaus. Rechts die Treppe zum Bestand.

Das Kind liegt also im Brunnen. Die reizvolle Bebauung im Stil der Gartenstädte hat unter Modernisierungswellen gelitten. Mein Haus, mein Stil, keines gleicht mehr dem anderen. Wer hier renovieren will, kann heute im Grunde machen, was er will. Das zumindest hörte der Bauherr des dunklen, kubischen Anbaus eines Reiheneckhauses, das er sanieren wollte, aus der Bauaufsicht. Ganz so einfach sollte es nicht werden. Doch heute steht der mit dunklem Eternit verkleidete Kubus neben dem grundsanierten Altbau (Architekt Manfred Witt), dessen Plan von 1919 stammt, und demonstriert, wie man trotz aller Freiheit einigermaßen rücksichtsvoll mit dem Bestand umgehen kann.


Der Ensembleschutz an der Ziegelsteinstraße wurde 2008 aufgehoben. Viele renovierte Häuser haben dort ihr Gesicht verloren.
Der Ensembleschutz an der Ziegelsteinstraße wurde 2008 aufgehoben. Viele renovierte Häuser haben dort ihr Gesicht verloren.
Der Ensembleschutz an der Ziegelsteinstraße wurde 2008 aufgehoben. Viele renovierte Häuser haben dort ihr Gesicht verloren.
Der Ensembleschutz an der Ziegelsteinstraße wurde 2008 aufgehoben. Viele renovierte Häuser haben dort ihr Gesicht verloren.

Andere taten das nicht, das ist in der Nachbarschaft zu besichtigen. Durch grelle Anstriche, variierende Dachziegel, entfernte Holzläden und Fenster- und Türenformate nach Gusto haben diese Häuserreihen ihr Gesicht verloren.


Hier dagegen hat der Bauherr die typischen Fensterläden erneuert — dass sie nun aus Metall sind, ist eine Konzession, die das Budget erforderte. Das fast völlig entkernte Gebäude betritt man durch eine Holztüre, drinnen ist alles neu, von der Treppe bis zu versetzten Wänden und Glasschiebetüren. Über einige Stufen nach unten betritt man den Wohnraum im 70-Quadratmeter-Anbau, der durch bodentiefe Fenster üppig belichtet und zum immer noch großen Garten weit geöffnet ist.

85 Quadratmeter hat der Altbau; was einst fünfköpfigen Familien genügte, wird heute als zu eng empfunden. Es wird angebaut. Hier durchaus selbstbewusst, ohne Anbiederung und in der Gestaltung klar abgesetzt neben dem Siedlungshäuschen. Dass die Baubehörde den Kubus dann doch nicht über die Dachrinne des Alten hinauswachsen ließ, war richtig. Nur die mächtige Gaube, die seitlich aufs alte Walmdach gesetzt wurde, stört das Gleichgewicht ein wenig.


Nächste Architektur: Die neue Fassade des Neuen Gymnasiums.


  

CLAUDINE STAUBER

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