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Dürers Locken sind besonders angesagt

Tourist-Information entwickelt Ideen für Mitbringsel aus der Stadt — Preis als Schmerzgrenze - 23.05.2012 07:59 Uhr

Nürnberg  - Über Souvenirs amüsiert man sich gern. Und nimmt dann doch eins mit. Die Mitbringsel konservieren die Erinnerung an einen schönen Besuch und tragen das Bild einer Stadt in alle Welt. Wer entscheidet eigentlich, welche Nürnberg-Souvenirs verkauft werden? Dies fragte der Stadtanzeiger Yvonne Coulin, Verkehrsdirektorin und Geschäftsführerin der Congress- und Tourismuszentrale Nürnberg.

Dürer ist gerade angesagt: Tourismus-Chefin Yvonne Coulin präsentiert die neuesten Souvenirs.
Dürer ist gerade angesagt: Tourismus-Chefin Yvonne Coulin präsentiert die neuesten Souvenirs.
Foto: Harald Sippel
Dürer ist gerade angesagt: Tourismus-Chefin Yvonne Coulin präsentiert die neuesten Souvenirs.
Dürer ist gerade angesagt: Tourismus-Chefin Yvonne Coulin präsentiert die neuesten Souvenirs.
Foto: Harald Sippel

Frau Coulin, sicher muss auch die Tourist-Information mit der Zeit gehen. Was ist neu in diesem Jahr?

Coulin: Wir haben eigens für das „Jahr der Kunst“ neue T-Shirts und Tassen produzieren lassen. Darauf zu sehen sind die angedeuteten Locken Dürers, die ein Student der Kunstakademie entworfen hat. Seit Anfang der Woche sind sie in der Tourist-Information erhältlich. Neu ist auch ein Malbuch, das wir zum Kinderbuch „Dürer und Klexi“ herausgebracht haben, und ein Taschenspiegel mit Dürers Venezianerin.

Jede Menge Kunst. Ist sie auch der Renner im Sortiment?

Coulin: Der kleine Dürer von Playmobil, das ist der Schlager! Auch die Stofftaschen mit dem Hasen und dem Rhinozeros laufen gut, das führe ich auf das Dürer-Jahr und die Ausstellung zurück. Sonst kommt es auch auf die Jahreszeit an. Generell wird gern bei allem zugegriffen, was als Mitbringsel passt. Kunstpostkarten sind auch sehr beliebt.


Es hat auch mal Nürnberger Bratwürste gegeben…

Coulin: In Dosen?

Gebrüht und in Folie eingeschweißt, sie konnten als Päckchen aufgegeben werden.

Coulin: Also, wir sind die Tourist-Info: Wenn Touristen nach Bratwürsten fragen, sagen wir gern, wo es die zu kaufen gibt.

Nicht alles geht also. Wo halten Touristen inne?

Coulin: Die Schmerzgrenze liegt beim Preis. Alles, was unter zehn Euro liegt, nimmt man noch mit. Manche Reisende konzentrieren sich auch auf bestimmte Objekte. Sie entscheiden sich und sammeln dann ein Leben lang Magneten für den Kühlschrank oder Puzzles oder Schneekugeln. Aus jeder Stadt nehmen sie eine andere mit.

Wer sucht die Motive für Nürnberg aus?

Coulin: Produziert haben wir jetzt nur die T-Shirts, alles andere bestellen wir per Katalog. Die Motive gibt es meistens schon, wir wählen die schönsten aus.

Nach welchen Kriterien?

Coulin: Wir besprechen das mit den Mitarbeiterinnen, die die Artikel in der Tourist- Information verkaufen. Sie wissen, was die Kunden wünschen – auch wenn es nicht immer unseren Geschmack trifft.

Wie wichtig sind Souvenirs für das Image einer Stadt?

Coulin: Wer sich ein Nürnberg T-Shirt oder eine Nürnberg Tasche kauft, trägt Nürnberg in seine Heimat und wirbt dafür. Das ist schon wichtig, aber ich würde es nicht überbewerten: Ein Souvenir ist keine Marke. Es ist eine Erinnerung.

Es gibt auch ganz schreckliche überzuckerte Souvenirs von Nürnberg in den Geschäften entlang der Touristenrouten. Können Sie gegen so etwas vorgehen?

Coulin: Können wir nicht. Wir könnten es nur beim Dürer-Logo, das haben wir uns schützen lassen. Aber wir wollen das auch gar nicht. Über Geschmack soll man nicht streiten. Ob Stocknägel oder Fingerhüte mit Nürnberger Motiven – auch dafür gibt es Liebhaber.

Aber das Ortsschild „Nürnberg – Frankenmetropole“, das kaufen doch nur Einheimische?

Coulin: Vermutlich. Wir fragen ja nicht nach dem Wohnsitz, aber viele Nürnberger nehmen die Chance wahr. Wegen des Playmobil-Dürers kamen schon sehr viele. Auch die Nürnberg-Taschen und Rucksäcke sind sehr beliebt und werden von Schülern als alternative Schultasche getragen.

Und wenn man selbst damit reist, wird man auf Nürnberg angesprochen? Und knüpft so Kontakte?

Coulin: Man kann’s zumindest versuchen.

  

Interview: Gabi Pfeiffer

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