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Bei Gerhard und Ingrid Amm dreht sich fast alles um Filme. Eine Leidenschaft, die der ehemalige Bauleiter liebevoll ein „Intensiv-Hobby“ nennt. Viel Zeit steckt in je-dem seiner Reisefilme und in den Dokumentationen, die er gedreht hat. Seine Arbeit ist erfolgreich. Einen ganzen Schrank nehmen die Auszeichnungen ein, die er bereits in Empfang nehmen durfte.
„Ich glaube, die hat noch keiner in drei aufeinanderfolgenden Jahren gewonnen“, überlegt Amm. Seinen dritten „bayerischen Oscar“ gab es vor kurzem bei den 33. Bayerischen Film- und Video-Festspielen in Bad Wiessee für seinen Beitrag „Ein Herz für Störche“. Der erfolgreiche Filmer ist seit 18 Jahren Mitglied im Steiner Foto-, Film- und Video-Club, außerdem gehört er zum Film- und Videoclub 88 Nürnberg/Fürth.
Der Weg zu den großen Wettbewerben ist nicht einfacher: „Man muss sich zuerst im Verein qualifizieren, dann auf Landesebene“, macht Amm klar. Wer die verschiedenen Stufen als Sieger absolviert hat, dem winken weitere Chancen auf Bundesebene. „Am kommenden Wochenende ist der Storchen-Film in Blieskastel beim ,Bundesfilmfestival Natur‘ im Wettbewerb“, erklärt der engagierte Filmer. Wie es sich anfühlt, dort zu den Gewinnern zu gehören, weiß Amm. Zahlreiche Medaillen in seinem Schrank erinnern daran.
Die große Liebe zum Blick durch den Sucher einer Kamera pflegt der 69-Jährige seit seiner Jugend. Er spricht von einem „lebenslangen Hobby“ und denkt an die ersten Aufnahmen mit einer Normal-Acht-Kamera: „Die war von Quelle, ein mechanisches Modell zum Aufziehen, als Erstes habe ich meinen Bruder gefilmt, wie der mit dem Fahrrad die Auffahrt runterkam.“
Seine Motive liegen seither in weiter Ferne oder gleich ums Eck. Reisefilme berichten von faszinierenden Safaris und von Urlauben auf Hawaii und in Nordamerika. Seine Dokumentation „Ein Herz für Störche“ entstand dagegen fast vor
der Haustür. Ein Jahr lang begleitete Amm den Erlanger Michael Zimmermann bei seinem ehrenamtlichen Hilfs-Einsatz für die Störche: „Ich habe etwas über Zimmermann gelesen und spontan einfach bei ihm angerufen.“ Beim ersten Treffen packte den Filmer das Thema und er wusste: „Jetzt musst du einen Film über Störche machen.“
Wer jetzt damit rechnet, ausschließlich beschauliche Bilder von lustig klappernden Adebaren zu sehen, der wird sich wundern. Amm: „Die Aufnahmen zeigen die ganze Dramatik eines Storchenlebens und dazu gehören auch Eifersuchtsdramen, Vergewaltigung und Prügeleien. Was da alles passieren kann...“
Unfälle, bedrohliche Unwetter, Verletzungen — Gerhard Amm verfolgte mit seiner Kamera aus dem Korb eines Leiterwagens der Feuerwehr Rettungsaktionen im Nest hoch auf einem Dach und filmte wie verregnete Storchen-Junge zart trocken geföhnt und aufgepäppelt werden. Vom Beobachter wurde er bald zum Helfer und transportierte für Michael Zimmermann zum Beispiel pflegebedürftige Tiere.
Nach den Dreharbeiten, für die Amm eine 16:9-HDV Kamera in Profi-Qualität benutzt, stand für ihn ein halbes Jahr lang das Bearbeiten und Schneiden an. Aus 28 Stunden Material entstanden eine einstündige Fassung und eine Kurzversion von 20 Minuten. An diese Arbeit setzt er sich am liebsten abends („Da ist Ruhe und man kann sich konzentrieren.“). Bei intensiver Arbeit entsteht so nicht mehr als eine Minute Film pro Tag. Ein Profi-Sprecher nahm dann Amms Begleittexte auf: „Das ist das Einzige, was ich mir gönne, sonst mache ich alles alleine, aber beim Wettbewerb ist die Konkurrenz groß und die Ansprüche sind hoch.“ Für die oft gelobte einfühlsame Vertonung sucht Ehefrau Ingrid, deren Hobby das Fotografieren ist, nach den passenden Melodien. „Das ist Gefühlssache“, sagt sie, „und muss genau passen.“ Und, ja, es passt. Zu diesem spannenden Film über das aufregende Leben der Adebare und zu einem leidenschaftlich gepflegten „Intensiv-Hobby“.
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.