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Einmal Schnitzel satt!

Serie: Wirtshäuser in Kleingärten — Auftakt in der Kolonie Klingenwald1 - 21.07.2012 21:59 Uhr

Wirt Georg „Schorsch“ Bentivoglio mit seinem kulinarischen Dauerbrenner, dem Schnitzel-Teller.

Wirt Georg „Schorsch“ Bentivoglio mit seinem kulinarischen Dauerbrenner, dem Schnitzel-Teller. © Stefan Hippel


Essen im Grünen: In der Kolonie „Klingenwald1“ engagiert sich Wirt Schorsch für natürliches Essen – und kämpft darum, die Bekanntheit der gut versteckten Gaststätte zu erhöhen.

Ein bisschen suchen muss man die nämlich schon. Zuerst gilt es den Parkplatz an der Kieslingstraße zu finden und dann einen langen Kiesweg hinter sich zu bringen, der einmal quer durch die Gartenkolonie führt. An dessen Ende erwartet einen jedoch der freundliche, schattige Biergarten der kleinen Wirtschaft, die den für sich sprechenden Namen „Besser Essen“ trägt.

Wie bei den Galliern

An einer langen Tafel sitzen die Kleingärtner wie die Bewohner eines gewissen gallischen Dorfes – noch etwas gezeichnet von zwei Tagen Jubiläumsfeier, welche die Kolonie gerade hinter sich gebracht hat. Als Gäste finden wir einen ruhigen Platz an einem Rundtisch im Schatten eines Baumes.

„Normalerweise ist hier weniger los“, meint Wirt Georg „Schorsch“ Bentivoglio, als er ein schmackhaftes, naturtrübes Radler serviert. Seit Sommer 2010 ist er der Pächter der Gaststätte: „Davor hatte ich das Restaurant ,Beckschlager‘ am Laufer Torturm – doch das lief nie so richtig gut. Und da einer meiner Stammgäste Vorstand in diesem Kleingartenverein war, fragte er mich – mehrfach! — ob ich nicht Lust hätte die Gaststätte hier zu übernehmen. Das war und ist für mich ein Experiment!“

Sein Wirtshaus ist in der Kolonie Klingenwald1 zu finden, ein lauschiger Biergarten gehört dazu.

Sein Wirtshaus ist in der Kolonie Klingenwald1 zu finden, ein lauschiger Biergarten gehört dazu. © Stefan Hippel


Denn Bentivoglio ist zwar Koch aus Leidenschaft, der nur mit frischen Zutaten arbeitet – aber ein Kleingärtner ist er nun gar nicht. „Für mich gibt es nur zwei Sorten Pflanzen: Die essbaren und die ungenießbaren. Einen grünen Daumen hab ich nicht und im Garten würde ich lieber in der Sonne liegen, als nach Vorschrift etwas anzupflanzen.“ Darum sei er auch freudig überrascht gewesen, wie freundlich ihn die meisten in der Kolonie aufgenommen haben.

Seine Speisekarte ist vorwiegend fränkisch-deftig, mit kleinen, mediterranen Zutaten. Jeden Freitag gibt es Fisch, jeden zweiten Samstag in der Röhre geschmortes Schaschlik und am Sonntag Braten oder Schäufele.

„Mein Publikumsrenner ist aber das Schnitzel“, erzählt Schorsch und präsentiert ein Gericht, das locker über den Tellerrand hängt: Zwei große Scheiben Fleisch, vier Zitronen, ein Haufen knackige Pommes und etwas Salat. Und das alles für 6,80 Euro. „Ich will zeigen, dass es nicht immer teuer sein muss, gut und reichhaltig zu essen.“

Trotz seiner Kochkunst hat der Wirt zu kämpfen. Seine Gaststätte ist doch sehr versteckt und nicht viele Außenstehende finden her.

Um für mehr Bekanntheit zu sorgen, organisiert er mehrere Veranstaltungen im Jahr. „Heuer plane ich noch ein Weinfest mit Livemusik, eine Disco für Jüngere und ein Western BBQ mit Country-Musik und echten amerikanischen Steaks und Burgern.“

Bis auf die Weihnachtsferien hat das „Besser Essen“ das ganze Jahr über geöffnet und Schorsch empfiehlt sogar den Besuch im Winter besonders: „Wenn dann der Schnee über all den Gärten liegt – das ist schon ein herrliches Bild.

Mehr Informationen über das Besser Essen in unserer Rubrik Essen und Trinken! 

PETER ROMIR

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