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Falschparker nerven am Leipziger Platz

Feuerwehrzufahrt, Busbucht und Radwege werden dauernd zugestellt — Mehr Kontrollen gefordert — „Kein Brennpunkt“ für die Polizei - 17.05.2012 08:59 Uhr

Ob Feuerwehranfahrtzone oder Bushaltestelle: Am Leipziger Platz ignorieren ständig Autofahrer  das absolute Halteverbot. Obwohl Strafzettel über 35 Euro drohen, wird einfach geparkt — teilweise sogar 20 Minuten lang.

Ob Feuerwehranfahrtzone oder Bushaltestelle: Am Leipziger Platz ignorieren ständig Autofahrer das absolute Halteverbot. Obwohl Strafzettel über 35 Euro drohen, wird einfach geparkt — teilweise sogar 20 Minuten lang. © Seuß


Sie sei „nur drei Minuten“ im Bekleidungshaus gewesen, beteuert eine junge Frau, als sie zur ihrem silbernen Auto zurückkehrt. In Wirklichkeit hat sie 20 Minuten am Rand des Leipziger Platzes geparkt — mitten in der Feuerwehrzufahrt, die mit mehreren Verkehrszeichen beschildert ist.

Eine halbstündige Stichprobe des Stadtanzeigers zeigte vergangenen Donnerstag um die Mittagszeit: Über ein Dutzend Autofahrer (quer durch alle Altersgruppen) ignorierten das absolute Halteverbot. Zwei schalteten immerhin die Warnblinkanlage ein (als kleinen Anhaltspunkt für ein schlechtes Gewissen), die anderen schauten höchstens kurz nach, ob eine Polizeistreife zu sehen war. Rücksichtslos zugeparkt wurde dabei nicht nur die Anfahrtzone der Feuerwehr, sondern auch Geh- und Radwege sowie die Bushaltestelle der Linie 21 und 46.

Ein Fahrer des „21ers“ kam gar nicht bis zur Haltestelle, weil ein Pkw die Zufahrt blockiert hatte. Immerhin saß der Lenker in seinem Fahrzeug und machte Platz, nachdem die Hupe ertönte. Solche Situationen erlebe er „regelmäßig“, berichtete der Busfahrer. Wenn die Zufahrt total versperrt ist, verständigt er die Leitstelle der Verkehrsbetriebe, die dann einen Streckenverkehrsmeister vorbeischickt.

Die Crux sei nicht nur am Leipziger Platz, weiß auch VAG-Pressesprecher Elisabeth Seitzinger, dass die Falschparker meistens verschwunden sind, wenn der VAG-Abgesandte eintrifft — je nach Distanz kann dies fünf bis 15 Minuten dauern.

Beschwerden seit 2003

Mit genervten Fahrgästen, die nicht weiterkommen, müssen sich derweil die Busfahrer herumärgern. Manche von ihnen haben inzwischen Kameras dabei, um Beweismittel zu haben — nicht zuletzt für den Fall, dass beim Aussteigen abseits der Busbucht jemand ins Stolpern geraten sollte. Am Leipziger Platz sorgten die Verstöße der Autofahrer schon im März 2003, als die Neugestaltung des Areals beim U-Bahnhof Nordostbahnhof Formen annahm, für Beschwerden auf der Bürgerversammlung. Laut Polizeisprecher Peter Schnellinger sind Streifen regelmäßig vor Ort und verhängen auch Strafzettel, doch als „Brennpunkt“ sei der Bereich zwischen Nordostbahnhof und Mercado bisher nicht bekannt.

Selbst beobachtet hat Bernhard Fischer von der Verkehrsaufsicht beim Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) die Präsenz der Polizei. Doch wie viele genervte Passanten, Bus- und Radfahrer sieht auch er „ein Überwachungsproblem“. Mehr Kontrollen seien nötig. Da das Viertel nicht im Bereich der Kommunalen Verkehrsüberwachung liegt, sei die Polizei und nicht Sör gefordert.

Über „zu wenig freie Stellplätze“ klagen derweil Autofahrer. Eine gehbehinderte Seniorin, die den Radweg zuparkt, entschuldigt sich und steigt trotzdem aus, „um etwas in der Apotheke abzuholen“. Die Lage sei „täglich anders“, meint sie, aber es gebe einfach „zu viele Autos“. Fischer hält ein Gespräch mit dem privaten Parkplatzbetreiber vor dem Delfinhaus für sinnvoll; Abhilfe könnten mehr Kurzzeit- und Behinderten-Parkplätze schaffen. Nur klar ist: Wer beim Parken in der Feuerwehrzufahrt erwischt wird, zahlt 35 Euro.

  

JO SEUSS

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