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Frau Kukla, wussten Sie im August 2011, als Sie an die Hegel-Schule wechselten, dass wieder ein großes Fest ansteht?
Kukla: Nicht konkret. Ich hatte mich nicht weiter erkundigt und das Jubiläum war auch kein Kriterium für meinen Wechsel (lacht). Aber als ich mich eingearbeitet habe, ist mir klar geworden, dass die Hegel-Schule im November 1962 eingeweiht wurde. Gemeinsam haben wir im Kollegium dann besprochen, das 50-Jahr-Fest schon im Sommer zu feiern, weil man dann viel im Freien machen kann.
Ehrlich, wie haben Sie reagiert, als klar war, dass gleich wieder ein großes Fest ansteht?
Kukla: Eher belustigt, aber das Jubiläum hätte gern zwei Jahre später sein können. Andererseits ist es ein Vorteil, wenn man weiß, wie es geht und worauf man achten muss.
Welche Dinge sind das?
Kukla: Man muss früh genug einen Zeitplan machen. Wir haben im Oktober ein Fest- Team gebildet, schnell den Brückentag nach Himmelfahrt genommen, eine Einladungsliste erstellt, die Adressen der ehemaligen Rektoren und ehemaligen Lehrer gesucht und ein Team für die Festschrift gebildet.
Wer ist alles im Team dabei?
Kukla: Neben den Lehrern waren über den Elternbeirat und den Förderverein auch die Eltern eingebunden. Ein Vater, der von Beruf Grafiker ist, hat die Festschrift layoutet und eine Riesendatenmenge verarbeitet. Von den 400 Eltern werden 130 für den Freitag Kuchen backen oder anderweitig mithelfen.
So ein Fest ist im Vorfeld ein Riesenaufwand und bei Ihnen läuft ja alles zusammen. Können Sie sich überhaupt noch darauf freuen?
Kukla: Ja, ich freue mich sehr darauf. So ein Schulfest ist etwas ganz Besonderes — und für mich schon die dritte Feier in der Art. 2004 war ich Konrektorin an der Theo-Schöller-Schule, als diese 100 Jahre alt wurde.
Was bedeutet so ein Jubiläumsfest für eine Schule?
Kukla: Die runde Zahl ist ein Anlass, mal innezuhalten. Das macht man privat ja auch bei runden Geburtstagen wie dem 50. Man schaut zurück, was 1962 war: die Kuba-Krise und der erste Song der Beatles zum Beispiel. Wichtig sind uns auch die Menschen von damals. Ein anderer Punkt ist die Hegel-Schule heute — gerade mit dem, was außerhalb des normalen Unterrichts entsteht. Wir werden das in einer Ausstellung zeigen und in der Festschrift auflisten.
Wenn Sie so zurückblicken, was war das Besondere der Hegel-Schule?
Kukla: Das eigene Schwimmbad war etwas Tolles und spielte lange eine große Rolle. Es wurde aber 2003 aus Kostengründen geschlossen und dient heute leider nur noch als Möbellager für das Schulamt.
Wenn man Geburtstag hat, darf man sich auch etwas wünschen.
Kukla: Freuen würden wir uns über einen neuen Belag für den Schulhof, der gefährlich uneben ist. Im früheren Schwimmbad könnte ich mir eine Aula vorstellen. Die Schule muss auch erweitert werden, weil das neue Wohnviertel auf dem Tucher-Gelände zu steigenden Schülerzahlen führen wird. Und natürlich wünsche ich mir schönes Wetter für den Freitag!
Wohin geht pädagogisch die Reise an der Hegel-Schule?
Kukla: Die Ganztagsschule ist bei uns momentan kein Thema, aber wir brauchen einen Hort, der groß genug ist, damit keine Kinder in den „Zentralhort“ fahren müssen, und eine Mittagsbetreuung, die nicht in Containern untergebracht ist sowie genug Stunden, damit wir auch am Nachmittag Arbeitsgemeinschaften anbieten können..
Wie sieht es mit dem Thema Inklusion aus?
Kukla: Seit elf Jahren haben wir eine feste Zusammenarbeit mit derzeit vier Partnerklassen mit dem Förderzentrum Merianstraße. Das ist ein absolut erfolgreiches Modell, wo man alles, was irgendwie geht, gemeinsam macht. Ich würde aber von Integration sprechen — ein inklusives System ist eine Frage der Personal- und Raumausstattung.
Zurück zum Fest: Was werden die Höhepunkte sein?
Kukla: Es gibt eine Modenschau aus den 60er Jahren, eine Schulhausrallye, Musik im Treppenhaus, eine Ausstellung mit Bildern und Plänen von früher, einen Malwettbewerb zur Schule von morgen und alle 400 Kinder werden zusammen singen und tanzen.
Wenn Sie vergleichen: Worin unterscheidet sich das jetzige Fest vom vorherigen?
Kukla: An der Uhlandschule waren zwei Schulleitungen beteiligt, zum anderen sind 100 Jahre schon was ganz anderes. Zwei Weltkriege, die Zerstörungen, die Zeit der Entbehrungen — da gab es sehr interessante Gespräche mit ehemaligen Schülern, die das alles erlebt haben. Jetzt war es schön, dass sich viele freuten, dass wir sie anschrieben und sie von damals erzählen konnten. Viele wollen auch zum Fest kommen — die Ältesten sind ja erst 56, 57 Jahre alt.
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.