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Für Fernbusse ist im Stadtteil wenig Platz

SPD-Bundestagsabgeordneter Martin Burkert schlägt S-Bahnhof Fischbach vor — „Leichte Bedenken“ beim Bürgerverein Langwasser - 02.02.2013 08:59 Uhr

FISCHBACH/LANGWASSER  - Kann am S-Bahnhof Fischbach ein Haltepunkt für Fernreisebusse eingerichtet werden? Der Vorschlag des Bundestagsabgeordneten Manfred Burkert wird vom Bürgerverein Südost und der VAG eher skeptisch aufgenommen. Auch der Bürgerverein Langwasser äußert „leichte Bedenken“, dass der Stadtteil Mittelpunkt für Fernreisebusse werden könnte.

Derzeit hält am Bahnhof Fischbach, der zum Verkauf steht, nur die Buslinie 57. Für Fernreisebusse müsste erst Platz geschaffen werden. Wer den Umbau zahlt, ist noch unklar.
Derzeit hält am Bahnhof Fischbach, der zum Verkauf steht, nur die Buslinie 57. Für Fernreisebusse müsste erst Platz geschaffen werden. Wer den Umbau zahlt, ist noch unklar.
Foto: Eduard Weigert
Derzeit hält am Bahnhof Fischbach, der zum Verkauf steht, nur die Buslinie 57. Für Fernreisebusse müsste erst Platz geschaffen werden. Wer den Umbau zahlt, ist noch unklar.
Derzeit hält am Bahnhof Fischbach, der zum Verkauf steht, nur die Buslinie 57. Für Fernreisebusse müsste erst Platz geschaffen werden. Wer den Umbau zahlt, ist noch unklar.
Foto: Eduard Weigert

Der Nürnberger Bundestagsabgeordnete Manfred Burkert (SPD) glaubt, dass in naher Zukunft eine große Zahl neuer Fernreisebuslinien ab Nürnberg eingerichtet wird. Wo diese Busse im Stadtgebiet starten werden, steht noch nicht fest. Am Zentralen Omnibus-Bahnhof am Willi-Brandt-Platz ist jedenfalls nicht genug Platz. Die momentan vorgesehenen Zusatzstandorte an der Rothenburger Straße und in Langwasser reichen Burkerts Meinung nach noch nicht aus. Auch ein möglicher Haltepunkt Flughafen berge Probleme.

Gastronomie und Klos

Er bringt deshalb den S-Bahnhof Fischbach ins Spiel. „Wir sollten alle Optionen prüfen“, so der Genosse, der deshalb an den Baureferenten Wolfgang Baumann schreiben will. „Das Bahnhofsgebäude in Fischbach steht zum Verkauf, hier könnte die Infrastruktur für die Busgäste eingerichtet werden, etwa Gastronomie und Toiletten“, schlägt Burkert vor. Die Stadt müsste dem potenziellen Investor dann allerdings mit Wirtschaftsförderung unter die Arme greifen. „In Schottland funktioniert das“, weiß der Bahn-Experte. Sein Vorschlag wird vom Bürgerverein Südost und der VAG zwar nicht ablehnend, aber mit Skepsis aufgenommen. Vereinsvorsitzender Dieter Stang verweist auf den fehlenden Platz für die Fernbusse. Vor dem Bahnhofsgebäude ist nämlich eine Haltestelle der Buslinie 57. „Die Fahrbahn ist viel zu eng für mehrere Busse, das gäbe Kollisionen mit dem Linienverkehr“, weiß Stang.


Seiner Meinung nach müsste das Areal für die Fernbusse zuerst großflächig ausgebaut werden, „da wäre bestimmt ein sechsstelliger Betrag nötig“, so Stang. Er hält diese Option für unwahrscheinlich, nachdem nicht einmal für die seit langem geforderte Busbucht für die Linien 54, 56, 57 und 59, die unten auf der Löwenberger Straße halten und von Fischbach nach Langwasser fahren, genügend Geld — rund 80000 Euro — da zu sein scheint. Mit Anwohnerbeschwerden über die Fernbusse sei an der Stelle allerdings nicht zu rechnen, glaubt Stang.

Auch VAG-Sprecherin Elisabeth Seitzinger verweist auf die beengten Platzverhältnisse beim S-Bahnhof Fischbach: „Ohne bauliche Veränderungen geht da nichts.“ Die SPD Fischbach wiederum schlägt vor, dass in dem 1939 errichteten, unter Denkmalschutz stehenden Bahnhofsgebäude ein Stadtteilzentrum entstehen könnte. Burkerts Anregung wird von den Nürnberger Verkehrsplanern auf jeden Fall geprüft. „Wir nehmen alles auf, was uns zugerufen wird“, verspricht Amtsleiter Frank Jülich. Rasche Entscheidungen seien allerdings nicht zu erwarten. „Es gibt noch keinen großen Druck“, sagt Jülich.

Entwicklung beobachten

„Wir betrachten das bisher wohlwollend“, kommentiert Manfred Richter, Vorsitzender vom Bürgerverein Langwasser die Entwicklung in Sachen Reisebusse. Allerdings plagen ihn durchaus „leichte Bedenken, dass Langwasser der Mittelpunkt für Fernreisebusse werden könnte“. Nachdem der Park-&-Ride-Platz in Langwasser-Süd für Busse gesperrt wurde, werden nun Kurzzeit-Busparkplätze an der Liegnitzer Straße und der Breslauer Straße eingerichtet. Der Bürgerverein regt zudem an, die selten genutzte Busspur an der Münchener Straße, vor der Abbiegespur zur Otto-Bärnreuther Straße, für Reisebusse zu nutzen. „Wir werden die Entwicklung beobachten und geben Laut, wenn das mit den Reisebussen im Stadtteil überhand nehmen sollte“, kündigt Richter an. Es sei Aufgabe der Stadt, Haltemöglichkeiten im ganzen Stadtgebiet anzubieten.

  

CHRISTINE ANNESER

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