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Grenzsteine sind verdreckt

„Das ist eine Schande!“ — Stadt sagt Säuberung der alten Säulen zu - 06.08.2012 07:59 Uhr

NÜRNBERG/ALTENFURT  - Ein Stadtteilbewohner aus Altenfurt ärgert sich über schmutzige Sandsteinsäulen an den Ausfallstraßen der Stadt. Reisende bekämen einen schlechten Eindruck von Nürnberg, so kritisiert Horst Riedhammer.

Horst Riedhammer zeigt die Verschmutzungen an der Sandsteinsäule an der Regensburger Straße.
Horst Riedhammer zeigt die Verschmutzungen an der Sandsteinsäule an der Regensburger Straße.
Foto: Ulrike Pilz-Dertwinkel
Horst Riedhammer zeigt die Verschmutzungen an der Sandsteinsäule an der Regensburger Straße.
Horst Riedhammer zeigt die Verschmutzungen an der Sandsteinsäule an der Regensburger Straße.
Foto: Ulrike Pilz-Dertwinkel

Jedes Mal wenn Horst Riedhammer an der Sandsteinsäule mit dem Stadtwappen an der Regensburger Straße, Ausfahrt Altenfurt/Fischbach, vorbeikommt, ärgert er sich. Zeit und Witterung haben ihre Spuren hinterlassen, der Sandstein weist dunkle Flecken auf, die bunten Mosaiksteine des Wappens sind schmutzig. Dasselbe treffe auf die anderen Exemplare an den Ausfallstraßen der Stadt, etwa an der Laufamholzstraße, zu.

„Das ist eine Schande!“, wettert der Altenfurter und argumentiert, dass Autofahrer auf dem Weg nach Nürnberg einen schlechten Eindruck von der Stadt bekämen. Als einmal ein Gast zu ihm sagte „Das sieht ja grausam aus“, war das Wasser auf die Mühlen. Riedhammer ist aus tiefster Seele Nürnberger und er wünscht sich, dass die Säulen ordentlich aussehen. „Wenn man jetzt nichts tut, werden die eines Tages baufällig“, wähnt er 74-Jährige, und das fände er schade. Seine Idee: Die Stadt sollte sich als Eigentümer die Reinigung vornehmen und dann versuchen, Paten zu finden, die sich künftig darum kümmern.


Bei den Bauwerken, die aus sechs Sandsteinblöcken bestehen, in deren oberen Quader das kleine Nürnberger Stadtwappen und der Stadtname in Mosaiktechnik eingefügt sind, handelt es sich um Grenzsteine, die auf Veranlassung des Stadtrates 1951 vom Hochbauamt der Stadt entworfen wurden, berichtet Nikolaus Bencker von der Denkmalschutzbehörde.

Noch sieben Stück

Sie seien als „Marksteine“ an den Haupteinfallstraßen im Bereich der Stadtgrenzen aufgestellt, dann im Zuge der Gebietsreform und von Straßenbaumaßnahmen abgebaut und eingelagert und in den 1980er Jahren erneut platziert worden. Heute stehen von ursprünglich zehn noch sieben Stück, in der Laufamholzstraße, Erlenstegenstraße, Äußeren Bayreuther Straße, Erlanger Straße, Mühlhofer Hauptstraße, Münchener Straße und Regensburger Straße. Nicht mehr vorhanden sind die Steine in der Ansbacher Straße, der Fürther Straße und der Rothenburger Straße.

Derartige Grenzsteine aufzustellen, planten offensichtlich schon die Nationalsozialisten. Stadtchronist Steven M. Zahlaus erzählt von Fotos von Grenzstein-Modellen aus dem Jahre 1936, die die Aufschrift „Nürnberg, Stadt der Reichsparteitage“ tragen. Ob diese jemals realisiert wurden, weiß man nicht genau, Zahlaus hält das aber für eher unwahrscheinlich. Dagegen zeigt ein Bild in einem Archiv-Zeitungsartikel aus dem Jahr 1958 über alte und neue Grenzsteine eine Sandsteinsäule mit Wappen, die der an der Regensburger Straße ähnlich sieht.

Für die Reinigung der verschmutzten Sandsteinsäulen erklärt sich der Servicebetrieb Öffentlicher Raum für zuständig. Hans-Peter Kauppert vom Werkleitungsbüro hat zugesichert, einen Reinigungstrupp loszuschicken, der die Sandsteinsäulen vom Schmutz befreien soll. Horst Riedhammer wird’s freuen und er wird an der Säule in der Regensburger Straße sicher aufpassen, ob die Zusage eingehalten wird. In etwa zwei Wochen sollen die Leute mit der Säuberung beginnen, so Kauppert.

  

Ulrike Pilz-Dertwinkel

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