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Hoffnung für die marode Pergola

Stadt setzt bei der Parkanlage in der Tullnau auf Sponsoren - 04.02. 07:58 Uhr

TULLNAU  - „Die Stadt will die rund 100 Jahre alten steinernen Terrassen an der Tullnau aus ihrem Dornröschenschlaf herausholen. Doch um sie wachzuküssen, fehlt ein sechsstelliger Geldbetrag“, berichtete der Stadtanzeiger vor einem halben Jahr. Inzwischen zeichnet sich eine Lösung ab.

So romantisch und so marode: Ehemals posierten Hochzeitspaare in der Terrassenanlage, seit März 2010 ist die Pergola gesperrt.<autor>Archivf.: oh, Lößl
So romantisch und so marode: Ehemals posierten Hochzeitspaare in der Terrassenanlage, seit März 2010 ist die Pergola gesperrt.Archivf.: oh, Lößl
So romantisch und so marode: Ehemals posierten Hochzeitspaare in der Terrassenanlage, seit März 2010 ist die Pergola gesperrt.<autor>Archivf.: oh, Lößl
So romantisch und so marode: Ehemals posierten Hochzeitspaare in der Terrassenanlage, seit März 2010 ist die Pergola gesperrt.Archivf.: oh, Lößl

Es herrscht Tristesse in der Parkanlage: Absperrgitter mit Schildern „Betreten verboten, Einsturzgefahr!“ versperren nach wie vor den Zutritt zur Pergola, im Hintergrund rauscht der Verkehr und das Wasser des kleinen Sees ist abgelassen. Erst ab April können sich hier wieder Enten vergnügen. Und vielleicht starten dann im Sommer schon die Sanierungsarbeiten des alten Säulenganges.


Wie berichtet, ist seit März 2010 die unter Denkmalschutz stehende Pergola, das Glanzstück der einst prächtigen Terrassenanlage aus der Zeit zwischen 1910 und 1915 an der Tullnau, wegen Einsturzgefahr gesperrt. Die Stadt hat eine statische Untersuchung in Auftrag gegeben. Nach einer intensiven Begehung vor Ort samt Probebohrungen wird das Gutachten wohl Ende März vorliegen. Der beauftragte Bauingenieur Heinz Renner meint: „Es müssen zwei Drittel der vorhandenen Bausubstanz ausgetauscht werden.“ Das gelte für die Querteile im oberen Bereich des rund 100 Jahre alten Säulenganges sowie für die tragenden Längsbalken. Renner geht davon aus, dass wohl jede fünfte Säule dran glauben müsse.

Gespräche mit Sponsoren



In Zahlen ausgedrückt handelt es sich dabei laut Schätzungen um Kosten in Höhe von 300000Euro. Trotz der stolzen Summe zeigt sich Ulrike Goeken-Haidl vom Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) optimistisch: „Wir sind mit mehreren Unternehmen aus der nächsten Nachbarschaft im Gespräch. Ich bin sehr zuversichtlich, dass mit den Sponsoren die Kosten für die Pergola weitgehend abgedeckt werden können.“

Und so erweist sich das in nächster Nähe an der Kressengartenstraße entstehende Geschäfts- und Dienstleistungszentrum für das in Vergessenheit geratene Kleinod vielleicht als wahrer Glücksfall. „Die Firmen sind sehr daran interessiert, dass hier etwas passiert“, weiß die Sör-Mitarbeiterin, „das deckt sich auch mit dem Empfinden der Bevölkerung.“ Zudem komme infolge der Umgestaltung des Wöhrder Sees, die jetzt im Januar begonnen hat, der Tullnau als eine Art Einfallstor eine neue Bedeutung zu, meint Goeken-Haidl.

Mehr Rosen

Und das ist noch nicht alles: Ferner sei geplant, „die Parkanlage nach historischem Vorbild zu überarbeiten — etwa bei den Schnittmaßnahmen und mit vermehrten Rosenpflanzungen“. Die Stadt stehe bereits mit dem Vorstand der Deutschen Gesellschaft der Gartenkunst und Landschaftskultur in Kontakt. Im Vorjahr beliefen sich die Kosten für den Unterhalt der Parkanlage auf rund 15000 Euro. Für die Sanierung der Pergola sind im Wirtschaftsplan von Sör keine Gelder eingeplant. Und so sieht es für die ehemals romantische Wandelpromenade, wenn die Sponsoren nicht mitziehen, düster aus.

Der marode Säulengang ist voraussichtlich am 7.März auch Thema im Werkausschuss des Servicebetriebs Öffentlicher Raum: Die Bunten hatten Anfang des Jahres beantragt, dass die Stadtverwaltung ein Konzept zur Sanierung der alten Terrassenanlage erstellt und Vorschläge zur Finanzierung der Kosten vorlegt. Fortsetzung folgt.

  



CLAUDIA BEYER

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