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Hundehalter fordern: Kinder hinter den Zaun!

Kurioser Zettelkrieg um Haufen der Vierbeiner an der Tagesstätte Lindenhain in St.Jobst - 08.08.2012 07:59 Uhr

NÜRNBERG  - Die Dreistigkeit einiger Hundebesitzer kennt keine Grenzen. Vor dem Kindergarten Lindenhain in der Walzwerkstraße liefern sie sich mit Eltern einen Zettelkrieg. Tenor: Haltet die Kinder hinterm Zaun, dann treten sie nicht in einen Hundehaufen.

Eltern, Hundehalter und Anwohner haben ihre Zettel zum Häufchen-Thema aufgehängt. Seit kurzem ist nur noch der Text der Hundebesitzer da, die anderen wurden abgerissen.
Eltern, Hundehalter und Anwohner haben ihre Zettel zum Häufchen-Thema aufgehängt. Seit kurzem ist nur noch der Text der Hundebesitzer da, die anderen wurden abgerissen.
Foto: Horst Linke
Eltern, Hundehalter und Anwohner haben ihre Zettel zum Häufchen-Thema aufgehängt. Seit kurzem ist nur noch der Text der Hundebesitzer da, die anderen wurden abgerissen.
Eltern, Hundehalter und Anwohner haben ihre Zettel zum Häufchen-Thema aufgehängt. Seit kurzem ist nur noch der Text der Hundebesitzer da, die anderen wurden abgerissen.
Foto: Horst Linke

Hans-Peter Kauppert vom städtischen Servicebetrieb (Sör) ist empört, als er von dem Streit im Stadtteil St.Jobst erfährt. „Das ist echt krass“, urteilt er. Kauppert ist in der Stadt für Grünflächen und auch für das leidige Thema Hundekot zuständig. Die Unverschämtheit der Gassigeher in der Walzwerkstraße macht ihn sauer. „Man kann doch nicht sagen: Sperrt eure Kinder weg, damit wir weiterhin unsere Hunde überall hinmachen lassen können!“

Mit diesem Zettel reagierten Hundehalter auf die Bitte der Eltern, den Kot ihrer Vierbeiner nicht liegen zu lassen.
Mit diesem Zettel reagierten Hundehalter auf die Bitte der Eltern, den Kot ihrer Vierbeiner nicht liegen zu lassen.
Foto: Horst Linke
Mit diesem Zettel reagierten Hundehalter auf die Bitte der Eltern, den Kot ihrer Vierbeiner nicht liegen zu lassen.
Mit diesem Zettel reagierten Hundehalter auf die Bitte der Eltern, den Kot ihrer Vierbeiner nicht liegen zu lassen.
Foto: Horst Linke

Wer den Dreck seines Vierbeiners liegen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Allein es fehlen die Kontrolleure, die den unverbesserlichen Dreckspatzen am oberen Ende der Leine die Regeln klarmachen. In Grünanlagen kontrollieren Mitarbeiter der Noris-Arbeit, ob Hundehalter brav Kotbeutel benutzen. „Aber außerhalb der Parks haben wir kaum eine Chance, die Unvernünftigen zu erwischen“, sagt Kauppert.

Das Problem mit dem Hundedreck auf den Grünstreifen am Kindergarten in der Walzwerkstraße ist nicht neu, doch jetzt habe es sich zugespitzt, sagt Rike Gimperlein, die Leiterin der Einrichtung des Bayerischen Roten Kreuzes, und ergänzt: „Als ein riesiger Haufen direkt vor der Eingangsrampe für Eltern mit Kinderwagen lag, reichte es.“

Geht woanders hin!


Eltern formulierten einen Aushang, der Kindergarten schweißte den Text in Folie ein. Auf dem Zettel stand: „An alle Hundebesitzer. Bitte bedenken Sie, dass hier ein Kindergarten ist und benutzen Sie freundlicherweise eine andere Wiese als Hundeklo oder entfernen Sie bitte den Unrat. Danke.“ Nur einen Tag später hing, in Klarsichtfolie verpackt, auch die Antwort der Hundebesitzer an dem Kindergarten-Zaun, erzählt Gimperlein.

Der Text ist an die Erzieherinnen adressiert: „Bitte halten Sie sich mit Ihren Kindern im vertraglich vorgegebenen Terrain (Begrenzung Zaun) auf, dann werden weder Sie noch Ihre zu erziehenden Kinder in etwaige Hundewürstchen treten und somit nicht belästigt – was wir und vor allem unsere Hunde auf keinen Fall wollen.“

Dass die erbosten Eltern als Service sogar noch Plastikbeutel für die Hundebesitzer an den Zaun gehängt haben, kommentieren diese auf ihrem Zettel mit den Worten: „Der Umwelt zuliebe – verwenden Sie bitte Plastiktüten für ausschließlich dafür ausgewählt vorgesehene Gegenstände.“ Die Akzeptanz für Kotbeutel scheint bei den Hundehaltern aus der Nachbarschaft der Kindereinrichtung tatsächlich nicht sehr ausgeprägt zu sein.

Rike Gimperlein ist erschrocken über die uneinsichtige Haltung. Franz Maticevic, dessen Kinder die BRK-Einrichtung besuchen, spricht vielen Eltern aus der Seele, wenn er sagt, dass er die Reaktion der Hundebesitzer schlicht respektlos findet. „Ich war darüber erschrocken. Wir Eltern fühlen uns einfach machtlos“, sagt der zweifache Vater. Auch Anwohner der Walzwerkstraße haben sich in den Zettelkrieg eingeschaltet und ihrerseits einen Brief an die Hundebesitzer aufgehängt mit der Bitte, dass der Hundekot nicht liegen bleibt.

Hans-Peter Kauppert reagiert auf den Zwist und verspricht, dass der städtische Hundekotsauger künftig wöchentlich, „maximal aber alle zwei Wochen“, in die Walzwerkstraße kommt. Gimperlein freut das sehr. „Vielleicht entspannt sich dann endlich die Situation“, hofft sie. 

UTE MÖLLER

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