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„In Almoshof fehlt der Zivi hinten und vorne“

In den städtischen Kultureinrichtungen wird auf „Mischmodelle“ gesetzt — Noch Skepsis bei den Bufdis - 25.01. 07:59 Uhr

Nürnberg  - Die Zivis sind weg und das Nachbarschaftshaus Gostenhof soll sonntags künftig zu bleiben. Auch andernorts trauert man in Kulturläden und Stadtteilhäusern den Zivildienstleistenden hinterher — und hat Angst vor der Zukunft.

Gabriele Wahl vom Kulturladen in Almoshof trauert den Zivis noch sehr nach.
Gabriele Wahl vom Kulturladen in Almoshof trauert den Zivis noch sehr nach.
Foto: Seuß
Gabriele Wahl vom Kulturladen in Almoshof trauert den Zivis noch sehr nach.
Gabriele Wahl vom Kulturladen in Almoshof trauert den Zivis noch sehr nach.
Foto: Seuß

„Wir kompensieren den Wegfall durch den Bundesfreiwilligendienst (kurz: Bufdi) und ich kann sagen, bei uns funktioniert das gut“, sagt Peter Hautmann, der beim Amt für Kultur und Freizeit (Kuf) für die elf städtischen Kulturläden zuständig ist. Dennoch muss er einräumen, dass manche Stellen von Zivildienstleistenden alles andere als attraktiv gewesen sind.

Weil für Hautmann klar war, dass sich Bufdis nicht auf reine Hausmeisterdienste bewerben würden, hat das Kuf den Job des „Kulturassistenten“ kreiert, der gemischte Tätigkeiten beinhaltet. Dieser deckt Teile der Ziviarbeit ab, bindet die Freiwilligen aber auch in die Organisation von Veranstaltungen oder deren Durchführung mit ein. „Dadurch haben wir den Wegfall der Zivis in den meisten Einrichtungen kompensiert — in der Villa Leon und im Loni-Übler-Haus klappt das zum Beispiel gut.“

Auch körperliche Arbeit



Im Kulturladen Schloss Almoshof, der bis auf Samstag täglich geöffnet ist, sieht man die Situation anders. Dort trauert Gabriele Wahl, stellvertretende Leiterin, um den Zivi-Posten. Neben einer Mitarbeiterin, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert, und einem Zeitarbeiter habe man immer einen Zivi gehabt, der beim Auf- und Abbau bei Veranstaltungen geholfen habe und dabei auch schwere körperliche Arbeit verrichtete.

„Das kann ein so zartes Mädchen wie unsere derzeitige FSJlerin gar nicht leisten. Uns fehlt der Zivi also hinten und vorne“, meint Wahl. Dem Bufdi, der für Hautmann ein so guter Ersatz ist, traut Wahl nicht recht: „Das ist uns zu unsicher. Erst kürzlich haben wir mitbekommen, dass ein Bundesfreiwilligendienstler in einem anderen Kulturladen aufgehört hat. Sie haben ja keine Verpflichtung mehr, den Job zu Ende zu bringen.“

Die Einrichtung, von der Wahl spricht, ist Vischers Kulturladen. Dort hat die bisherige Bufdi-Kraft angekündigt, dass sie aufhören will. Zu Gründen oder Konsequenzen für das Haus möchte jedoch niemand Stellung nehmen.


Norbert Woop vom Kulturladen im Südpunkt plädiert für feste Stellen statt Bufdis.
Norbert Woop vom Kulturladen im Südpunkt plädiert für feste Stellen statt Bufdis.
Foto: Matejka
Norbert Woop vom Kulturladen im Südpunkt plädiert für feste Stellen statt Bufdis.
Norbert Woop vom Kulturladen im Südpunkt plädiert für feste Stellen statt Bufdis.
Foto: Matejka

Auch Norbert Woop, Leiter des Kulturladens im Südpunkt, ist skeptisch: „Natürlich wäre es besser, feste Stellen zu haben, wenn das Geld da wäre. Denn mit den Bufdis haben wir keinerlei Garantien. Sie können jederzeit abbrechen.“ Als Puffer für die beiden seit Oktober tätigen Bufdis habe man deshalb (wie bisher) eine Handvoll zusätzlicher Honorarkräfte. „Meist sind das Studenten oder Leute, die sich etwas dazuverdienen möchten. Ohne diese könnten wir den Betrieb gar nicht abdecken“, meint Woop. Bezahlt werden sie aus den Etats der drei Einrichtungen.

Bufdi für Langwasser

Täglich von acht bis 23 Uhr gibt es hier ein Angebot des Bildungszentrums, der Stadtbibliothek sowie des Kulturladens. Bislang gilt im Südpunkt aber: „Noch kommen wir mit Zeit und Personal aus.“ Einzig das Gemeinschaftshaus in Langwasser sieht die Sache entspannter. Hier waren die Zivis als Hilfs- oder Garderobenkräfte eingesetzt, die gleichzeitig die Aufsicht für die Einrichtung übernahmen.

Zwar sei wegen des Umbaus der Einrichtung eine langfristige Aussage noch nicht möglich. Doch es steht fest: Demnächst wird hier ein Bufdi seinen Dienst tun. Der Leiter der Einrichtung, Walter Müller-Kalthöner, ist optimistisch: „Wir werden sehen, wie sich das alles einspielt. Grundsätzlich wird der Betrieb weitergehen wie bisher. Die Hilfskräfte, die man nun vermehrt einsetzt, werden durch die Einnahmen aus den Vermietungen bezahlt. Für uns ist das also ein Nullsummenspiel.“ 



ALEXANDRA HADERLEIN

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