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Jury kürte den Lesemeister

Wettbewerb an der Wiesenschule — Urkunde und Buch als Preis - 14.04.2012 14:58 Uhr

STEINBÜHL  - „Die lesende Grundschule“— so lautet das neue Motto der Wiesenschule, an der die Kinder künftig zum intensiveren Lesen angeregt werden sollen. Eine Lesewoche bildete den Auftakt des Projekts.

Sozialpädagogin Barbara Schertenleib (li.) unterstützte die Kinder der Wiesenschule beim Lesen.
Sozialpädagogin Barbara Schertenleib (li.) unterstützte die Kinder der Wiesenschule beim Lesen.
Foto: Ralf Rödel
Sozialpädagogin Barbara Schertenleib (li.) unterstützte die Kinder der Wiesenschule beim Lesen.
Sozialpädagogin Barbara Schertenleib (li.) unterstützte die Kinder der Wiesenschule beim Lesen.
Foto: Ralf Rödel

Eine Woche lang wurden die Grundschüler von der ersten bis vierten Klasse durch allerlei Aktionen dem Lesen näher gebracht. Der Vorlesewettbewerb stellte für die Kinder ein abschließendes Highlight dar. In einer Vorentscheidung wurden die drei besten Leser aus jeder Klasse ermittelt und in die Endrunde geschickt.

Dort lasen jeweils 15 Schüler pro Jahrgangsstufe einen kurzen Abschnitt aus vorgegebenen Büchern vor. Die Jury, bestehend aus zwei Eltern, der Sozialpädagogin Barbi Schertenleib und der Förderlehrerin Elke Möger, ermittelten die drei Besten und belohnten sie mit Urkunden und Bücherpreisen.

In einem Stuhlkreis warteten die Kinder geduldig, bis sie mit dem Lesen an der Reihe waren und vor die Jury treten durften. Elsa aus der ersten Klasse machte den Anfang aus ihrer Jahrgangsstufe und las aus der „Tierolympiade“ vor, was ihr in der anschließenden Siegerehrung den dritten Platz bescherte. Der klatschende Beifall von Mitschülern sowie Eltern und Jury nach den Leseproben der Schüler sorgte für strahlende Gesichter unter den jungen Teilnehmern. Nicht der Sieg, sondern der Spaß am gemeinsamen Lesen prägten den Wettbewerb.


Zwar waren, wie Zweitklässlerin Veronika, einige Kinder „ganz aufgeregt“, vor Publikum laut zu lesen, doch die Auflockerungsübungen von Schertenleib und die aufmunternden Worte der Jury halfen, die Nerven zu beruhigen. Veronikas Lesekunst aus „Der kleine Eisbär und der Angsthase“ überzeugte die Jury am meisten und sie strahlte, als sie die Urkunde mit dem ersten Platz und ein verpacktes Buch überreicht bekam.

Wenig Publikum

Als „sehr schade“ bewertet Schertenleib die Tatsache, dass nur wenige Eltern beim Lesewettbewerb anwesend waren. Besonders beim Wettbewerb zwischen den vierten Klassen war das Publikum sehr mager ausgefallen. Möger ist sich sicher, dass es nicht am mangelnden Interesse liegt, sondern „viele Eltern vormittags keine Zeit haben“.

Etwa 80 Prozent der Schulkinder haben einen Migrationshintergrund an der Wiesenschule und so war der Sinn der Lesewoche auch, die „Sprachbildung und das Interesse für Deutsch zu fördern“, erklärt Schulleiter Hans-Jürgen Hartwig.

Im Schuhkarton

In Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek wurde ein Bücherbus mit vielfältigem Angebot in den Pausenhof gestellt. Brigitte Eder aus der Gostenhofer Buchhandlung stellte sich ebenfalls zu Verfügung, präsentierte interessante Neuerscheinungen und las an zwei Vormittagen allen Klassen aus altersgemäßer Literatur vor. Das „Lesen aus dem Schuhkarton“, in dem Kinder aus den dritten und vierten Klassen Kartons zu Inhalten aus Büchern bunt gestalteten, kam bei den ersten und zweiten Klassen sehr gut an. Sie durften sich einen Karton auswählen und bekamen das Buch von ihren Mitschülern vorgelesen.

Der Elternbeirat und die Lehrer seien „engagiert“ gewesen und man werde die Vorlesewoche nächstes Jahr wiederholen, bestätigt Hartwig. „Das Thema Lesen soll intensiviert und regelmäßig durch solche Aktionen gefördert werden.“
  

TANYA SARIKAYA

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