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Mit seinen beiden Dozentenjobs an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät (EWF) der Universität Erlangen-Nürnberg und an der Musikhochschule sowie mit seiner Tätigkeit als Sounddesigner für die freie Wirtschaft dürfte Toni Hinterholzinger wenig Probleme haben, seinen Antrag auf den 48-Stunden-Tag durchzukriegen.
Zurzeit dreht sich das Leben des umtriebigen Multitalents jedoch komplett um „Aida“, das neue Musical an der EWF in der Regensburger Straße 160. Alle zwei Jahre wird dort mit Studenten eine komplette Musiktheaterproduktion gestemmt, die 16000 Zuschauer an den Lehrstuhl lockt — darunter auch Musicalfans aus der ganzen Republik, die mit dem Zug anreisen.
„Wir sind deutschlandweit die größte Musicalproduktion an einer Uni und können locker mit anderen Musikhochschulen konkurrieren“, erzählt Toni nicht ohne Stolz. Als technischer Leiter kümmert sich der 36-Jährige in dem Gewusel aus Kabeln, Kostümen, Kulissen und den fast 50 Mitwirkenden um die komplette Technik von Licht bis Sound, betreut die Live-Band und ist als rechte Hand des Intendanten Wolfgang Pfeiffer Mädchen für alles.
Aber um Konkurrenz geht es hier ja gar nicht, sondern um ein möglichst gutes Ergebnis am eigenen Standort. Und 2012 stehen die Zeichen auf Sturm: Mit „Aida“ (nicht in der Verdi-Version, sondern aus der Feder von Tim Rice und Elton John) hat die EWF keinen leichten Stoff ausgesucht. „Man darf nicht vergessen, dass das Stück ein Drama ist und auch schlecht ausgeht. Das ist keine Halligalli-Story, auch wenn es bei uns zwischendrin mal richtig Party gibt.“
„Aida“ ist die bislang aufwendigste EWF-Musicalproduktion, die ausschließlich mit Studenten gestemmt wird. „Mich fasziniert, wie weit die Mitwirkenden bereit sind, zu gehen“, sagt Toni und erzählt von Proben, die bis weit nach Mitternacht dauern — die Mitwirkenden saßen am nächsten Morgen trotzdem Punkt acht in der Vorlesung. Steht man in der Aula, die sich längst in ein Opernhaus auf Zeit verwandelt hat, sieht man, zu welch einem Monster die Musicalschiene an der Nürnberger EWF geworden ist.
Premiere von „Aida“ ist am Freitag, 27. April, 19.30 Uhr. Was erwartet die Zuschauer? „Es ist eine Riesenshow und eine Kostümschlacht. Auch am Sound haben wir rumgebastelt, nachdem es hieß, die Musik sei zu laut. Und wir sind unglaublich stolz auf den Gesang: Diesmal ist kein einziger Problemkandidat unter den Sängern!“ — Infos und Karten: www.uni-musical.de
Seine KulTour-Tipps: Zum Entspannen schätzt Toni Hinterholzinger den Botanischen Garten in Erlangen. Immer einen Besuch wert sei die historische Musikinstrumentensammlung des Germanischen Nationalmuseums. Gastronomisch empfiehlt er das „Café D’Azur“ unterhalb des Fembohauses, den „Orient Express“ in der Kernstraße in Gostenhof, den Sonntagsbrunch im „B2“-Penthouse mit traumhaften Blick auf den Wöhrder See und ganz neu: die „Rösttrommel“ in der Äußeren Laufer Gasse.
„Privat höre ich gern brasilianische Bossas von A.C. Jobim, am liebsten die alten, weniger populären Originalaufnahmen, aber auch intelligent gemachte aktuelle Popmusik von Lamb, Goldfrapp und Coldplay.“
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.