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Dort, wo es noch ganz urwüchsig und frei von Hotels ist, trifft man die Künstlerin dann vorwiegend am Strand, den sie stundenlang entlangwandert, auf der Suche nach Treibholz. Die angeschwemmten Stücke bilden die Leinwand für die Bilder der Heroldsbergerin. „Für mich ist das wie eine Parabel: Da liegt ein Stück Holz silbrig in der Sonne, vom Meer geformt und frisch von der Strömung angespült...“
Mit ihrem Mann schleppt sie die bis zu 40 Kilo schweren Hölzer zu ihrem Auto und transportiert sie per Anhänger in die Heimat. Zu Hause in Franken nimmt sich Evelyn Landorff die Mitbringsel dann Stück für Stück vor. Die Motivsuche ist es, die sich zieht — und die die eigentliche Herausforderung darstellt: Was passt zum jeweiligen Holz? Die Erleuchtung kann nachmittags kommen, mitten in der Nacht oder früh am Morgen — doch wenn sie erst mal da ist, greift sich Evelyn Landorff Pinsel und Farben und legt los: christliche Darstellungen, Szenen aus der Antike, Bilder von Pflanzen und Tieren. Die Narben und Risse des Holzes werden dabei stets respektiert. Nachgefeilt und bearbeitet wird hier nichts — die Grundlage bleibt so, wie sie das Meer hergab. „Am Ende blicken mich Blumen und Vögel an, ein Engel, ein Heiliger oder ein Pantokrator.“
Seit ihre vier Jungen aus dem Haus sind, startet Evelyn Landorff künstlerisch wieder voll durch. Neben ihren Treibholz-Bildern malt die Künstlerin, die im Brotberuf als lebensmitteltechnische Assistentin gearbeitet hat, vor allem Aquarelle — zuletzt verstärkt Bilder fränkischer Landschaften und Motive in und um Heroldsberg. „Alles, was mit Wasser zu tun hat, fasziniert mich“, lacht die 61-Jährige. „Und wenn ich erst mal male, dann bin ich weg!“
Wer ihre Arbeiten sehen möchte: Die Schau „Treibholz II“ ist noch bis 31. Januar im Rathaus Heroldsberg zu sehen (montags bis mittwochs 8-16Uhr, Donnerstag 8—18 Uhr, Freitag 8—12Uhr). Die Künstlerin kann man am 6.Januar, in der Nürnberger Marthakirche, Königstraße 79, erleben. Dann singt sie ab 17Uhr mit dem Figuralchor Nürnberg die Kantaten IV bis VI aus dem Bach-Weihnachtsoratorium. Infos im Internet unter www.landorff.com
Ihre KulTour-Tipps: Ein regelmäßiges Muss ist für die Heroldsbergerin ein Besuch im Germanischen Nationalmuseum. „Und weil ich eine tiefe Liebe zur Prähistorie gefasst habe, ist für mich immer wieder das Nationalmuseum in Les Eyzies im Périgord mit seinen berühmten Höhlenfunden einen Besuch wert. Eine dringende Empfehlung: Wer einmal dort in der Gegend ist, muss da unbedingt hin!“
Ein Ausflugstipp hier in der Region ist das kleine prähistorische Museum im Bahnhofsgebäude in Hartmannshof, das vor einem Vierteljahr eröffnet wurde: „Ein Schatzkästlein, prima mit der VAG erreichbar und ganz liebevoll gemacht!“
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