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In dem Roman „Schreiben Sie was Schönes!“ „Das Buch hat mich unglaublich Nerven gekostet“, stöhnt der Oberpfälzer, der u.a. Stadtanzeiger-Redakteur und Gesellschaftsreporter der Nürnberger Nachrichten war. Dabei hatte er schon vor über einem Vierteljahrhundert beschlossen, eines Tages all die Erlebnisse und Anekdoten aufzuschreiben, die ihm als Journalist auf dem flachen Land und in den besseren Kreisen der Großstadt widerfahren waren.
„Der Journalismus war damals ein ganz anderer: abenteuerlicher, vielleicht lustiger als heute. Nach dem Krieg schrieben in den Zeitungen vor allem Seiteneinsteiger: Schauspieler, Pfarrer, Kriegsheimkehrer und Studienabbrecher. Das war ein Stand von Typen — unglaublich!“, sagt Mayer. „Wenn man sich erinnert, wie rau das da oft zur Sache ging und wie viel in den Redaktionsstuben getrunken wurde, dann grenzt es im Rückblick an ein Wunder, dass tatsächlich jeden Tag eine Zeitung erschien, die weitgehend fehlerfrei war und eifrig gelesen wurde.“
Dass es in den Redaktionen heute gesitteter und ernsthafter, vielleicht auch freudloser zugeht, sei der technischen Entwicklung, nicht zuletzt aber dem riesigen Konkurrenzdruck geschuldet, findet Mayer. Er wäre der Letzte, der dafür kein Verständnis hätte. Vier Jahre hat der Journalist an seinem Buch geschrieben und dann noch mal ein Jahr lang nach einem Verlag gesucht. Hand aufs Herz: Wie viel von dem Inhalt ist wahr und wirklich so erlebt? Der Senior verzieht keine Miene: „Schon so 80 Prozent...“.
Von Zeit zu Zeit schreibt Horst Mayer noch immer, zum Beispiel für das Magazin „Sechsundsechzig“. Seine große Leidenschaft ist heute jedoch die Schauspielerei. Seit vielen Jahren steht er bei den Klosterhofspielen in Langenzenn auf der Bühne. 2012 hat der 69-Jährige jedoch das Ensemble gewechselt: Für die Hans-Sachs-Spielgruppe Langenzenn wird er den „Brandner Kaspar“ geben. Premiere der aufwendigen Inszenierung ist am 25. Mai im neuen Kulturhof „Altes Kino“.
Wer den Autor Horst Mayer live erleben möchte: Am 2.Februar liest er um 14 Uhr bei den „Nürnberger Mittagslesungen“ in der Kulturwirtschaft, Königstraße 93, aus seinem Roman, am 26. April ist er zu Gast beim „Theater im Tiergarten“.
Seine KulTour-Tipps: Horst Mayer ist ein begeisterter Kinogänger. Zuletzt haben ihm „Anonymus“ („ein Muss für jeden Shakespeare-Fan!“) und die Komödie „Habemus Papam — Ein Papst büxt aus“ gefallen.
Sein Gastro-Tipp: „Frühstücken im Stadtpark-Café in Fürth und im ,Barockhäusle‘ am Nürnberger Hesperidengarten!“ Für sich entdeckt hat der Journalist im Ruhestand das Malen (Acryl und Aquarell). Sein Tipp: „Die Einsteiger-Kurse bei der Fürther Künstlerin Gertrud Wenning besuchen“.
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.
In unserer Fotoserie "Auf Pirsch im Tiergarten" finden Sie tierische Fotos.