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„Meisterbetrieb für Blumenschmuck und Dekoration“ steht auf ihrer Visitenkarte. Doch bei „Die Schmücker“ geht es weit über den simplen Blumenstrauß hinaus. Seit 1994 setzt die staatlich geprüfte Floristin Dinge und Ereignisse optisch in Szene — getreu dem Motto „Ein einzigartiger Tag verdient einen einzigartigen Rahmen!“.
Die Aufträge reichen von der opulenten Hochzeit hin zur festlichen Schiffstaufe. Dabei muss sich die Schmückerin (der Name „Schmücker“ war in früheren Zeiten tatsächlich mal eine offizielle Berufsbezeichnung) auch bei vermeintlichen Routineaufträgen ständig auf neue Situationen einstellen. „Außerdem unterliegt dieser Beruf sehr dem Zeitgeist.“ Dienstleistung von A bis Z ist das Stichwort, wenn ein Raum oder ein Gegenstand geschmückt werden soll. Und das geht schnell ins Detail — weshalb Kenntnisse von Farbenlehre, Stilkunde und sogar Architektur gefragt sind.
Visuell inszeniert wird mit Materialien von Erde bis Stoff, doch das Besondere ist auch hier das Salz in der Suppe. Deshalb ist Suse Brenner ständig auf der Suche nach ausgefallenen Gegenständen. In ihrer Kellerwerkstatt finden sich Original-Requisiten wie vergilbte Medizinbälle oder ein Weintraubenerntekorb aus Würzburg — Gegenstände eben, die Ausstrahlung haben und eine Geschichte erzählen. Und die die Handwerkerin für ihre zum Teil richtig aufwendigen Dekorationen inspirieren.
Vor Ort wird man Suse Brenner nur selten antreffen — zumindest dann nicht mehr, wenn es ernst wird. Wenn die Gäste vorne reinzwitschern, huscht die Gestalterin leise zur Hintertür raus. Bei besagter Schiffstaufe zum Beispiel war Suse Brenner gar nicht dabei, sondern schon wieder beim nächsten Termin. „Wir sind der Geist, der alles vorneweg zaubert und hinterher zum Aufräumen kommt.“ Kontakt: www.die-schmüecker.com
Ihre KulTour-Tipps: Suse Brenner empfiehlt „Process Progress“, die laufende Ausstellung über den Stararchitekten Helmut Jahn im Neuen Museum Nürnberg. Ihr Kinotipp ist „Skyfall“ — „ein super James Bond, der trotzdem anders ist.“
Gerne schaut die Floristin, die im Altmühltal aufgewachsen ist und seit 1990 regelmäßig die bayerischen Landesgartenschauen mitgestaltet, auf ein Getränk im „Salon Regina“ in der Fürther Straße und im „Bäckerhof“ in der Schlehengasse vorbei. Und ihr Buchtipp für kalte Winternächte: „Was ich liebte“ von Siri Hustvedt.
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.