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KulTour: Der stolze Vater von „Monsters Of Jungle“

Piet Priewich hat Partyreihe mit elektronischen Beats im Z-Bau etabliert — Neue Location wird gesucht - 03.01.2013 07:59 Uhr

Nürnberg  - Mit dem Jahreswechsel sind nun auch die Lichter im Kunstverein aus. Bis zum letzten Tag hielt die legendäre Subkultur-Bühne die Partyfahne hoch im alternativen Kulturzentrum Z-Bau, der nun millionenschwer saniert wird. Eine der bestgehendsten Partyreihen im KV waren die „Monsters Of Jungle“ — ein Baby von Piet Priewich.

Liebt elektronische Beats:   Piet Priewich.
Liebt elektronische Beats: Piet Priewich.
Foto: David Banasik/PR
Liebt elektronische Beats:   Piet Priewich.
Liebt elektronische Beats: Piet Priewich.
Foto: David Banasik/PR

Vor knapp acht Jahren verschlug es den Berliner nach Nürnberg, das in der Vergangenheit eigentlich immer ein guter Ort für elektronische Musik war — vor allem für Drum ’n’ Bass. „Die Szene war zu diesem Zeitpunkt jedoch weltweit nicht die vitalste. Vor allem stilistisch ist da gerade wenig passiert.“

Die Musikrichtung Jungle – ein Mix aus britischem Rave/Hardcore-Techno und jamaikanischem Dancehall – reicht zurück in die 90er Jahre. Zu elektronischen Breakbeat-Gewittern zuckte ein fröhlich-buntes Völkchen auch durch die fränkischen Clubs. Ende der 90er verschwand Jungle nahezu komplett in der Versenkung, um um 2005 eine unverhoffte Neuentdeckung zu erfahren — mit rollenderen Beats, noch mehr Reggae-Einflüssen und nicht mehr ganz so verspult wie früher.


Grund genug für Piet Priewich, wieder seiner alten Liebe zu frönen und in seiner neuen Heimat etwas aufzuziehen. Mit Kumpel Bastian gründete der 44-jährige IT-Manager die Partyreihe „Monsters Of Jungle“ – und fand im Kunstverein im Z-Bau auf Anhieb eine musikalische Heimat.

„Das ist das Tolle an dem Laden: Jeder, der kreatives Potenzial hat und etwas machen will, kann in den Kunstverein gehen und seine Idee vorstellen. Ob Diaabend oder Tanztee — die Mitarbeiter verschließen sich erst mal keiner Idee. Wenn das KV-Team Lust hat auf die Aktion, dann kann man loslegen.“

Piet Priewichs Konzept war sofort gekauft und mauserte sich zu einer richtig gutgehenden Tanzreihe für elektronische Musik in der fränkischen Partylandschaft. Was sicher auch an der ultra-liebevollen Aufmachung der Clubabende lag. Vor jeder „Monstahz“-

Nacht waren zehn und mehr Helfer schon Stunden vorher vor Ort, um den Kunstverein mit einer Lastwagenladung voll Deko in eine Dschungelhöhle zu verwandeln: mit Extra-Licht und großen Bannern, mannshohen Stellwänden aus Lego-Steinen und Dr. Bass, dem Maskottchen, als mächtige Pappmaché-Figur. Auch bringen Piet und seine Monsters immer ihre eigene Anlage mit, um richtig schön es laut zu machen.

400 Besucher zog die Reihe am Ende an, die nun erst mal auf der Suche nach einer neuen Location ist. Ein erster Termin steht fest: Die „Monsters Of Jungle“ werden wieder los sein am 22.Februar, 22Uhr, im Künstlerhaus, Königstr.93 — Infos: www.monstersofjungle.de — Mehr über Piet, der auch malt, fotografiert und lustige, digitale Collagen bastelt, erfährt man auf seiner Seite www.ppauge.de

Seine KulTour-Tipps: Piet Priewich empfiehlt die Sonderausstellung „Tagträume – Nachtgedanken: Phantasie und Phantastik in Graphik und Photographie“ im Germanischen Nationalmuseum (bis 3. Februar). „Ein Thema, das von klassisch bis modern, von Dürer bis Bauhaus aufgezogen wird — super!“ Am 25. Januar gastiert der Israeli Borgore im Löwensaal am Nürnberger Tiergarten — einer der Top-DJs in Sachen Dubstep. Und sein CD-Tipp: „Some Great Reward“, Depeche Modes Durchbruchalbum von 1984 — von Piet gerade wieder neu entdeckt.

  

Stefan Gnad

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