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KulTour: Freund von abgefahrenen Ideen

Pater Ansgar Wiedenhaus macht das Programm der offenen Kirche St.Klara - 21.07.2012 07:59 Uhr

NÜRNBERG/ALTSTADT  - Die Sommerpause naht auch in St.Klara: Wenn dieser Tage das Programm in der katholischen Citykirche ausläuft, dann macht Pater Ansgar Wiedenhaus SJ hinter den Kulissen gerade die letzten der neuen Veranstaltungen klar, die ab Herbst wieder Gläubige und Nichtgläubige in das Gotteshaus in der Königstraße 64 locken sollen. Denn dafür steht St. Klara seit vielen Jahren: Für ein etwas anderes Verständnis von Kirche.

Pater Ansgar Wiedenhaus  lockt mit ungewöhnlichen Veranstaltungen die Leute in die    St.Klara-Kirche.
Pater Ansgar Wiedenhaus lockt mit ungewöhnlichen Veranstaltungen die Leute in die St.Klara-Kirche.
Foto: Meistring/PR
Pater Ansgar Wiedenhaus  lockt mit ungewöhnlichen Veranstaltungen die Leute in die    St.Klara-Kirche.
Pater Ansgar Wiedenhaus lockt mit ungewöhnlichen Veranstaltungen die Leute in die St.Klara-Kirche.
Foto: Meistring/PR

Doch auch, was seine eigene Berufung angeht, findet sich der Jesuitenpater (das Kürzel SJ hinter seinem Namen weist ihn als Mitglied der katholischen Ordensgemeinschaft Gesellschaft Jesu – Societas Jesu – aus) hier als Seelsorger im ursprünglichen Sinne wieder. „Hier muss ich nicht den Vortänzer machen, sondern kann zuhören und den Menschen, die zu uns kommen, helfen eigene Antworten auf ihre Fragen zu finden.“

Kein Wunder, dass sich viele Besucher, die sonst nicht zwingend etwas mit der Kirche – egal ob evangelisch oder katholisch – am Hut haben, in St. Klara gut aufgehoben fühlen. Manch ein Stammgast nimmt sogar über eine Stunde Fahrzeit auf sich, um die Angebote zu besuchen. Und die sind durch die Bank bemerkenswert unkonventionell: Neben Pop- und Rockkonzerten („eine Schiene, die wir künftig weiter ausbauen möchten“) gibt es in St. Klara Lesungen und Filmnächte, Lebensfeiern und Trauerarbeit – und alles Mögliche und Unmögliche an Veranstaltungen drumherum.


Je origineller und abgefahrener ein Thema, umso mehr reizt es das engagierte Klara-Team, diese Idee als ein weiteres Angebot umzusetzen. „Die Leute sollen sehen: Das hier ist ein guter Ort!“, erklärt Wiedenhaus und erzählt, dass ein derart offenes Konzept wie das von St.Klara ohne eigene Pfarrgemeinde bundesweit eher die Ausnahme ist. Angst, dass ihm irgendwann die Ideen ausgehen, hat der 40-Jährige nicht. „Im Augenblick haben wir eher das Problem, zu sehen, wie wir alles unterkriegen, was uns so einfällt...“

Wir, das ist in diesem Fall Pastoralreferent Jürgen Kaufmann, Wiedenhaus’ Kollege und partner in crime bei allen Fragen rund um St. Klara. „Unsere Zusammenarbeit ist großartig! Aber wenn zwei Menschen, die zu allen Schandtaten bereit sind, die Köpfe zusammenstecken, dann kann ja auch fast nur etwas Gutes dabei herauskommen.“

Vor den wohlverdienten Sommerferien (gemeint ist nur das Veranstaltungsprogramm – als offene Kirche hat St. Klara selbstverständlich auch in den Sommermonaten geöffnet) steht unter anderem noch ein Poetry-Slam-Abend mit Michael Jakob an. Termin ist Donnerstag, 19. Juli, ab 20 Uhr. Dann treten zum Thema „Glaube versetzt Berge!?“ junge Autoren mit selbstgeschriebenen Texten gegeneinander an (Anmeldung unter Telefon 0160/ 94196597). Das Publikum kürt am Ende einen Sieger.

Seine KulTour-Tipps: Pater Wiedenhaus empfiehlt einen Besuch in seinem absoluten Lieblingsladen in Nürnberg — dem Comic-Fachgeschäft „Ultracomix“ in der Vorderen Sterngasse 2. So ist auch sein Lesetipp eine Graphic Novel: „Blankets“ von Craig Thompson. „Der wahrscheinlich beste Roman, den ich in den letzten Monaten gelesen habe: Eine tolle autobiografische Coming-Of-Age-Erzählung, wunderschön gezeichnet und erzählt.“ Zum Essen weicht der Seelsorger gerne nach Fürth ins „La Vela“ aus: „Trotz des Namens ein angenehmes asiatisches Restaurant mit feinem Sushi!“

  

Stefan Gnad

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