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Der Ortsverein hat sprichwörtlich die Katze im Sack gekauft. Im Sommer zeichnete die SPD-Muggenhof die Geschichtswerkstatt aus dem Stadtteil mit der „Roten Luftpumpe“ aus (der Stadtanzeiger berichtete). Dies sollte auch für frischen Wind bei der acht Personen starken Hobbyhistoriker-Crew sorgen, die seit Ende 2008 unter Leitung von Annegret und Armin Seufert in Kleinstarbeit die Geschichte Muggenhofs dokumentieren.
„Es hat uns nicht gereicht, nur den Preis zu verleihen. Wir wollten die Arbeit auf besondere Weise noch zusätzlich würdigen“, sagt Michael Ziegler, der Vorsitzende des Ortsvereins. Also kam ihm die Idee, eine Dokumentation über die Geschichtswerkstatt drehen zu lassen. Ein Filmteam war schnell gefunden: „Im Abspann eines anderen Films habe ich Peter Romir gesehen, für mich war sofort klar: Der soll’s machen“, erzählt Ziegler.
Vor kurzem war es dann so weit: Die Dokumentation „Keine Zukunft ohne Herkunft“ wurde zum ersten Mal auf dem ehemaligen AEG-Gelände gezeigt — und Ziegler sollte vor der Premiere schon erzählen, wie er den Film so findet. Das Problem: Er musste passen, denn er sah den Film selbst zum ersten Mal.
So etwas nennt man blindes Vertrauen. Catharina und Peter Romir hatten nämlich bei ihrer Arbeit weitgehend freie Hand. Gut, die SPD-Muggenhof sollte irgendwo auftauchen, weil sie schließlich die Geldgeber für die Doku sind, aber ansonsten hieß es: „Macht einfach mal!“, so Romir. Für ihn und seine Frau war es der erste Auftrag für ihr neugegründetes Label „Filmblüte“, was aber nicht bedeutet, dass sie Neulinge auf dem Gebiet des Dokumentarfilms wären. „Peter kam praktisch mit einer Kamera in der Hand zur Welt“, scherzt Catharina und übertreibt dabei nur ein bisschen.
Schon zu Jugendzeiten hat der heute 40-Jährige gefilmt, sie bastelte ihre ersten Trickfilme für ein Kinderferienprogramm. Vor vier Jahren wurden sie ein Paar — und das Filmen zu einer gemeinsamen Leidenschaft mit einer klaren Aufgabenverteilung: „Er ist der Film, ich bin die Blüte“, sagt die 33-Jährige grinsend. Das heißt: Er kümmert sich ums Handwerkliche, sie ist für die Emotionalität zuständig.
Was in dieser Konstellation herauskommen kann, zeigt das Ehepaar Romir in ihrer Doku über die Geschichtswerkstatt Muggenhof. In der Endfassung dauert der Film rund zehn Minuten, die Arbeit dahinter war freilich um einiges länger, wie Peter Romir verrät: „Gedreht haben wir an zwei Nachmittagen, das Rohmaterial zu schneiden hat 20 Stunden in Anspruch genommen.“ Untermalt werden die Bilder mit der Muggenhof-Hymne von Sophia Lierenfeld. Sängerin Ann-
Kathrin Scherbel hat das Lied auf Bitten Romirs in einer Keyboard-Version nochmals eingesungen. „Ich habe die Hymne gehört und wusste sofort, sie ist perfekt für den Film“, sagt er und lag damit offenbar genau richtig.
Bei der Premiere sorgt der Film für Rührung unter den Anwesenden. Und Kulturbüro-Chefin Stefanie Dunker, die Gründerin der Geschichtswerkstatt, schwärmt: „Eine tolle Wertschätzung für uns. Endlich haben wir etwas in der Hand, um unsere Arbeit vorzustellen.“ Auch Michael Ziegler zeigt sich begeistert: „Ich bin total glücklich. Die Doku macht richtig Lust darauf, bei der Geschichtswerkstatt mitzumachen.“ Deren Arbeit, so Ziegler, werde nie fertig sein, weil der Stadtteil noch viel zu erzählen habe. Und damit ist noch reichlich Platz für den ein oder anderen Film der Romirs.
Die Dokumentation ist im Internet zu finden unter www.youtube.com/watch?v=FqpquRtq-fI .
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