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Langwasserbad „extrem abgewirtschaftet“

Reaktionen auf geplante Verzögerung beim Schwimmzentrum und dem Jugendhaus Pastoriussiedlung - 23.06. 07:00 Uhr

LANGWASSER  - Mit Erstaunen und Bedauern reagieren die betroffenen Bürger- und Vorstadtvereine auf die geplanten Verzögerungen beim Schwimmzentrum Langwasser und bei dem Kinder- und Jugendhaus Pastoriussiedlung.


Der Baubeginn der beiden Projekte soll nach dem Willen der Stadtspitze um jeweils zwei Jahre nach hinten verschoben werden, um den kommunalen Haushalt zu entlasten. Das Schwimmzentrum Langwasser soll erst im Jahr 2013 statt 2011 in Bau gehen, das Kinder- und Jugendhaus Pastoriussiedlung erst 2014 statt 2012 entstehen.

Manfred Richter vom Bürgerverein Langwasser bedauert diese Entscheidung, zeigt aber auch Verständnis. Sofern es bei der Summe der Sparvorschläge bleibe, „müssen wir das wohl hinnehmen“. Richter hofft allerdings, dass durch die Verschiebung des Baubeginns beim neuen Langwasserbad keine Fördermittel verloren gehen und dass die Planungen für die Pixelstadt weitergehen können. Voraussetzung sei, dass der Verkauf der nicht für das Bad benötigten Fläche an die wbg erfolgt. Der Bürgerverein fordert zudem, dass das alte Bad den Stadtteilbewohnern bis zum Baubeginn des neuen zur Verfügung steht.

Planung läuft weiter

„Wir werden uns bemühen“, kommentiert dies Michael Friedmann, Werkleiter von NürnbergBad. Das alte Langwasserbad sei „extrem abgewirtschaftet“. Trotzdem „tun wir alles, damit das Bad in einem wirtschaftlichen Rahmen weiterbetrieben werden kann“. Die Planungen für das neue Bad werden trotz der Verschiebung weitergeführt, verspricht Friedmann.

Dies habe Vorteile: „Wir haben für Langwasser etwas mehr Zeit und können uns deshalb erst mal auf den Neubau des Westbads konzentrieren.“ Fördermittel würden erst mit den Planungen beantragt und seien deshalb nicht gefährdet. Friedmann: „Wir stehen noch ganz am Anfang.“ Es werde zudem alles getan, damit die wbg die Pixelstadt planen könne und Baurecht bekomme. Demnächst werde es im Rathaus Gespräche über die Flächenaufteilung und die Verkehrsregelung geben.

Ulrike Hölldobler-Schäfer, Vorsitzende des Vorstadtvereins Zabo, zeigt sich überrascht über die Verschiebung beim Kinder- und Jugendhaus Pastoriussiedlung: „Es hieß doch immer, im Kinder- und Jugendbereich werde nicht gespart.“ Hölldobler-Schäfer weist darauf hin, dass in den Sozialwohnungen der Pastoriussiedlung viele Migranten wohnen. „Die Kinder und Jugendlichen dort brauchen eine Stelle zum Andocken.“ Auch das Viatisviertel sei im Umbruch. „Dort ziehen viele Familien mit Kindern nach.“ Der Bedarf nach Betreuung steige und werde bislang nur von den Kirchengemeinden gedeckt.

Nicht verschoben wird laut Jugendamt der Bau des geplanten Familienzentrums bei der Pastoriussiedlung. Für den dreigruppigen Kindergarten und die zweigruppige Kinderkrippe fällt demnächst der Startschuss. 



Christine Anneser



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