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Der Abend war klar strukturiert: Begrüßung, Darstellung des Konzepts, Analyse der gegenwärtigen Situation, Diskussionsrunde plus Zusammenfassung und Zukunftsaussichten. Aufgebaut wie ein klassisches Seminar mit Kärtchen, Stiften und Klebepunkten zum Bewerten. Und im Rahmen der gesitteten Diskussion durfte jeder sein Recht auf die eigene Meinung auf einer großen Papierbahn ausüben.
Die Themen lagen dabei auf der Hand und wurden von den 20 Gästen, darunter zahlreiche Parteifreunde, mit bekannten Argumenten unterfüttert. Der Bogen spannte sich von der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft mit der Explosion der Gewächshäuser über die mangelnde regionale Vermarktung der Knoblauchslandprodukte und dem Dauerthema Weiterbaus der Bamberger Straße bis zum Fehlen von Ganztagsschulen. Dazwischen tauchte die mangelhafte Internet-Anbindung im Industriegebiet Schmalau ebenso auf wie die Nordanbindung des Flughafens, der Bau der Stadtumlandbahn und der umstrittene S-Bahn-Verschwenk.
Sogar über Las Vegas wurde geredet. Gemeint war aber ein ausufernder Gewerbepark, inklusive Vergnügungsbetrieben und Kasinos rund um den Flughafen. Solch negative Folgen hätte nach Ansicht der Kritiker langfristig die Realisierung der „Flughafen-Nordspange“.
Als Moderatorin war Jasmin Bieswanger mehrfach gefordert, um thematische Abschweifungen zu unterbinden oder einen nicht enden wollenden Redeschwall zu stoppen. Das tat sie beherzt und mit Hartnäckigkeit.
Große Übereinstimmung gab es am Ende bei der Forderung nach einer „interkommunalen Zusammenarbeit“ über Stadtgrenzen hinweg – mit Fürth und Erlangen. Nur so seien große und übergreifende Projekte realisierbar. Aus Zeitgründen blieben ein par Themen — wie fehlende Pflege-Einrichtungen für Senioren oder Förderung des Vereinslebens — weitgehend ausgeklammert. Zum Finale versprach die Moderatorin eine Fortsetzung des Diskussionsabends in einigen Monaten. Mit 29 Jahren gehört Jasmin Bieswanger zu den jungen potenziellen SPD-Stadtratskandidaten für die Wahl 2014. Sie arbeitet am Fürther Klinikum und hat erste Partei-Erfahrungen im Allgäu gesammelt.
Dort hat sie aus beruflichen Gründen mehrere Jahre verbracht und ist vor zwei Jahren in ihre Nürnberger Heimat zurückgekommen. Mit drei anderen Kandidaten aus dem Norden (Thorsten Brehm, Petra Koerwien und Bernhard Kraus) bewirbt sie sich voraussichtlich bei der Wahl im nächsten Frühjahr auf der SPD-Liste um ein Stadtrats-Mandant.
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.