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Was die Schüler an drei Abenden präsentieren werden, hat alles, was ein gutes Musical braucht: große Emotionen, Dramatik, mitreißende Live- Musik und eine Botschaft — „stop it – DO IT!“. Schon der Titel des Stückes verrät, dass da keine leichte Kost auf die Zuschauer wartet. Angelehnt an das Zitat von Sophie Scholl „Schluss, jetzt werde ich etwas tun“ geht es vor allem um die Aufforderung zu mehr aktiver Toleranz.
Erzählt wird die fiktive, aber nicht unrealistische Geschichte zweier rivalisierender Gruppen einer neunten Klasse der Geschwister-Scholl-Realschule, die kein gutes Haar aneinander lassen. Mobbing, Hänseleien und dumme Sprüche sind an der Tagesordnung, was vor allem die Außenseiterin Miriam schmerzlich zu spüren bekommt.
Ausgerechnet die beiden Anführer der Cliquen verlieben sich dann jedoch ineinander, doch gefangen im Gruppenzwang scheint ihre Liebe keine Chance zu haben. Gleichsam zwischen den Stühlen stehen außerdem zwei neue Schüler. Sie symbolisieren die Geschwister Scholl.
Wären diese nicht maßlos enttäuscht, wenn sie miterleben müssten, wie die Schüler an der nach ihnen benannten Schule miteinander umgehen? Man fühlt sich selbst ertappt bei dieser Frage, denn: Hat nicht jeder schon mal lieber weggesehen als sich eingemischt?
Mit „stop it – DO IT“ wollen die Schüler wachrütteln. „Ich habe Mobbing schon selbst erlebt, ich weiß, wie man sich da fühlt“, erzählt die 15-jährige Melissa, die den Part der Sophie Scholl spielt. Auch der 17-jährige Tom, alias Hans Scholl, glaubt, dass er und seine Mitschüler mit der Aufführung etwas bewegen können. „Wir sind ja eine Multikulti-Schule und da ist Toleranz sehr wichtig.“
Das Stück holt die jungen Darsteller direkt in ihrem Schulalltag ab, und das macht die Botschaft umso greifbarer für alle. Musiklehrerin Justine Gütlein hat es ihren Schülern quasi direkt auf den Leib geschrieben. Alle Texte stammen aus ihrer Feder. Für die passende musikalische Untermalung sorgen bekannte Rocksongs, die ebenfalls von Musiklehrkräften der Schule umgeschrieben und neu arrangiert wurden. Aus „All summer long“ von Kid Rock wurde kurzerhand „Sweet Home GSR – das ist mein Revier“. Beeindruckend gut gesungen, flott choreographiert und von der Schulband sehr professionell begleitet.
Es ist nicht wenig, was sich die Schüler da vorgenommen haben. Doch schon bei den Hauptproben war zu spüren: Alle sind mit viel Engagement, Spaß und Ehrgeiz dabei.
Insgesamt ist an dem Projekt ein 26-köpfiges Theaterensemble beteiligt, außerdem die Live-Band und ein Chor. Hinzu kommen unzählige Helfer hinter den Kulissen. Echte Teamarbeit eben. Das hätte Sophie und Hans Scholl sicher gut gefallen.
Die Vorstellungen sind am 15., 16., und 18. Mai jeweils um 19.30 Uhr in der Schulturnhalle der GSR, Muggenhofer Straße126. Eintritt: Jugendliche drei, Erwachsene sechs Euro.
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.