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Konzentriert steht Luca Kaufmann am Snookertisch. „Snooker ist die englische Variante des Billardsports“, erklärt der 14-Jährige, der die Gentlemen-Sportart bereits seit acht Jahren spielt. „Die Präzision, die Fairness, die korrekte Kleidung und die Feinheit faszinieren mich einfach“, begeistert sich der Siebtklässler, der das Willstätter-Gymnasium besucht und in Ziegelstein zu Hause ist.
Seine ersten sportlichen Schritte tat Luca bereits mit vier Jahren. „Auf einem Schemel stehend hab ich Poolbillard gespielt und als ich zum ersten Mal am Snookertisch stand, reichte meine Nase gerade bis zur Tischkante“, lacht er. Dazu gekommen sei er durch die Fernsehübertragungen auf Eurosport. „Ich fand das toll und wollte es ausprobieren.“
Gelegenheit dazu bot ihm der SSC Fürth, für den er immer noch spielt. Wie funktioniert Snooker und was ist der Unterschied zum Poolbillard? „Snooker ist technisch anspruchsvoller und der Tisch wesentlich größer. Pool wird mit 15 Kugeln gespielt, Snooker mit 22, von denen 15 rot sind. Es muss jeweils ein roter und ein bunter Ball versenkt werden, bis alle vom Tisch sind. Ein Match besteht aus mehreren Frames, wie Sätze beim Tennis“, erläutert Luca das Spiel, das auf einem 3,60 mal 1,80 Meter großen Tisch gespielt wird.
Während er erzählt, spielt Luca mit seinem handgefertigten Edelholz-Queue einen weißen Ball auf einen roten, der liegen bleibt und einem anderen roten wie von Geisterhand einen Schubs versetzt und in die Tasche bugsiert. „Versenkt“, sagt Luca trocken. Früher habe er auch Handball, Fußball und Hockey gespielt, „seit letztem Jahr konzentriere ich mich auf Snooker, habe auch schon viele Turniere gespielt und einige gewonnen“, freut sich Luca.
2011 wurde er Bayerischer Meister in der U16 und U21, damit qualifizierte er sich für die Deutsche Meisterschaft. Lucas Vorbilder sind die Profispieler Judd Trump und Mark Selby. „Auch der Deutsche Patrick Einsle gehört dazu, der bei Fürth spielt und mit dem ich sogar trainieren darf.“ Nur dank seiner Familie kann Luca die Turniere bestreiten. „Fahrtkosten, Startgelder, Einzeltraining und Kleidung gehen ganz schön ins Geld“, verrät er. „Ich würde mich freuen, wenn ich Sponsoren fände. Leider unterstützen die meisten Sponsoren nur Fußballer und andere Sportler. Aber ist nicht jeder ernsthafte Nachwuchssportler förderungswürdig?“ Am 21. Januar nimmt Luca am Grand-Prix in Nürnberg teil. Wer sich für Snooker interessiert, sollte sich den jungen Mann auf jeden Fall ansehen.
E-Mail: snooker@kaufmann-nbg.de
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Mi. 23.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12