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„Am Anfang dachten wir, das klappt nie!“, sagen Jasmin Oheimer und Andrea Mlnarik. Fünf Wochen lang arbeiteten die Schülerinnen der Fachrichtung Gestaltung der Lothar-von-Faber-FOS an Kleidung aus Papier: „Die ersten zwei Wochen ist alles nur verknickt oder gerissen. Aber dann hatten wir den Bogen raus! Schließlich kamen uns immer mehr Ideen, was noch alles machbar sein könnte!“
Tatsächlich ist die Kollektion, welche die neun Schülerinnen und Schüler schließlich unter dem Namen „Papier Couture“ präsentierten durchaus umfangreich: Engelsflügel, Kleider, Hüte, Haarschmuck, Accessoires und sogar Schuhe. Alles davon ist alltags- oder zumindest feiertauglich. Denn nass werden dürfen die Roben aus Chinakrepp und Pappmaché nicht unbedingt.
Auf die Idee kamen die jungen Modemacherinnen während ihres Praktikums in der „Kunst + Design Schule“ von Reinhard G. Bienert in der Wölckernstraße. „Er zeigte uns ein Buch mit kleinen Bildern aus Papier“, erinnert sich Andrea. „Aber wir wollten etwas Größeres. Wir wollten auf den Laufsteg!“ Und so geschah es. Für ihre Kreationen kam den Machern jedes Papier recht: Von großen Karton-Bögen bis hin zu alten Bravo Girl-Heftchen, die nach eigenen Vorzeichnungen zu bunten Pop-Art-Kleidern geschneidert wurden.
Dass es für die meisten Teilnehmerinnen der erste Griff zur Schere, war sieht man den fertigen Werken überhaupt nicht an. Das wirkt alles sehr stimmig und verrät nur wenig von den großen Mühen der Produktion: „Gerade Oberteile sind sehr schwierig, da sie eine bestimmte Linie haben müssen“, verrät Jasmin. „Röcke sind dagegen leichter, weil sie frei fallen dürfen.“
Schließlich wurden die fertigen Werke vor selbst gemalter Kulisse in einer Modenschau präsentiert. Sie fallen so individuell aus wie die Teilnehmerinnen: Benedict Bennett kommt mit einem großen Hut, Natalie Cholewa präsentiert ein knallbuntes Kleid, Nancy Bitzer trägt ein blau-weißes Spinnenetz.
Anastasia Walthier zeigt mit Farben verzierte Engelsflügel und Dalin Kolb ein edles Papierabendkleid in Weiß und Blau. Die Modenschau erntete viel Beifall – sie soll aber nicht der letzte Einsatz der Kollektion sein. Viele der Schülerinnen wollen sich im Bereich Design und Kunst weiter bewerben. So werden die Kleidungsstücke samt den Entwürfen Teil ihrer Bewerbungsmappen werden.
In unserer Fotoserie "Mittags in der Stadt" finden Sie an den fünf Werktagen ein aktuelles Foto aus Nürnberg.