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Nach dem Mord am Aufseßplatz: Der Schock sitzt noch tief

Drei Wochen danach: Passanten und Anlieger verharren am Tatort - 30.01.2013 08:14 Uhr

Nürnberg  - Am 7. Januar erschütterte ein Mord auf offener Straße die Südstadt. Rund um den Tatort am Aufseßplatz herrscht nach wie vor blankes Entsetzen. Der Stadtanzeiger hat sich umgehört.

Kerzen, Blumen und Bilder erinnern die Südstädter an den grauenvollen Mord, der am Aufseßplatz geschah.
Kerzen, Blumen und Bilder erinnern die Südstädter an den grauenvollen Mord, der am Aufseßplatz geschah.
Foto: Peter Kunz
Kerzen, Blumen und Bilder erinnern die Südstädter an den grauenvollen Mord, der am Aufseßplatz geschah.
Kerzen, Blumen und Bilder erinnern die Südstädter an den grauenvollen Mord, der am Aufseßplatz geschah.
Foto: Peter Kunz

Rund um eine Säule in der Nebengasse des Aufseßplatzes stehen Dutzende weiße und rote Kerzen — es sind Grablichter. Sie erinnern an den Nürnberger, der hier vor drei Wochen Opfer eines Eifersuchtsdramas wurde. An dieser Stelle starb er unter den 44 Messerstichen seines Mörders. Am helllichten Tag am belebtesten Platz der Südstadt.

Immer wieder bleiben Passanten stehen, lesen die Trauerkarten, betrachten die Bilder des Toten, manche schütteln ungläubig den Kopf, ziehen weiter. Der Schock sitzt noch tief bei den Menschen hier rund um den Aufseßplatz. „Ich bin dort vorbeigekommen, als gerade der Krankenwagen kam. Ich kannte auch das Opfer. Wir sind alle schockiert, viele sind traumatisiert. Meine Töchter gehen nicht mehr allein mit dem Hund Gassi. Man fühlt sich nicht mehr sicher“, erzählt Robert Hofmann, der gleich um die Ecke wohnt.

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In der Nürnberger Südstadt kam es am Mittwoch (9. Januar) zu einem folgenschweren Streit zwischen einem 27-Jährigen und ein 36-Jährigen. Der Ältere zückte ein Messer und stach mehrmals auf den 27-Jährigen ein, der noch vor Ort seinen Verletzungen erlag.



Wie ihm geht es vielen Südstädtern. Angesichts solch einer Tat kann man sich nur hilflos fühlen. „Das war am helllichten Tag. Ich mach mir schon Gedanken darüber, ob man nicht irgendwas hätte tun können“, sagt Gabriele Hammer aus Oberasbach.

Auch Ute Engel, die täglich am Aufseßplatz vorbeikommt empfindet Unbehagen: „Das war ein Eifersuchtsmord, das scheint leider häufig vorzukommen. Aber es kann einen überall treffen. Ich hab auch schon in Gostenhof gewohnt, da ist am Plärrer mal einer mit einer Machete rumgelaufen. Zehn Minuten vorher war ich dort. Wenn ich darüber nachdenke, will ich nicht mehr rausgehen, aber das würde bedeuten, der Angst nachzugeben.“


Die Bluttat kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Stimmung in der Südstadt an und für sich nicht rosig ist und sich viele Menschen subjektiv unsicher fühlen. „Ich finde insgesamt, dass es mit der Südstadt bergab geht“, sagt Rentnerin Bärbel Frühling und weist auf das verwaiste Horten-Kaufhaus. „Es geht chaotisch zu und ist schmutziger geworden. Ich gehe aber trotzdem hier einkaufen, der Mordfall war ja sehr privat. Aber abends hätte ich schon meine Bedenken.“ Dass da gleich Erinnerungen an andere Gewalttaten wieder aufflackern, ist kein Wunder: „An dieser Ecke habe ich auch mal gesehen, wie eine Frau zusammengeschlagen wurde“, berichtet Anwohnerin Elke Lindemayr. „Trotzdem möchte ich nicht über die Südstadt wettern, ich wohne hier seit 15 Jahren und fühle mich nicht unsicher. Aber meine Tochter will ich nachts nicht alleine rumlaufen lassen.“

Peter Dolezyk und Klaus Fischer zucken mit den Achseln: „In der Südstadt war schon immer mehr Halligalli als anderswo. Das ist zwar eine sehr traurige Angelegenheit, was da passiert ist, aber Angst haben wir deswegen nicht!“

Ähnlich sieht das Gunther Hörmann, der in der Südstadt arbeitet: „Ich komme hier jeden Tag vorbei und finde die Südstadt ist sicher und lebenswert, es gibt keinen Grund sich hier unsicher zu fühlen.“

  



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