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50 Prozent der Baukosten, das entspricht 150000 Euro, muss die evangelische Kirchengemeinde selbst tragen. 30000 Euro sind schon an Spenden eingegangen und Pfarrer Armin Langmann ist zuversichtlich, dass die Gemeinde mit dem großen Engagement der Mitglieder die Herausforderung stemmen wird.
Vor zwei Jahren beschloss man in Nikodemus umfassende Sanierungsarbeiten an den in den 60er Jahren errichteten Gebäuden. Zuerst war das Gemeindezentrum dran. Nach Modernisierung der Heizung und dem Einbau neuer Türen und Fenster bekam dieses auch ein neues wärmegedämmtes Dach. Das alte hatte Risse bekommen, flicken machte keinen Sinn mehr.
Bitumenpappe bedarf nach 40 Jahren der Erneuerung, erklärt Architekt Roland Büttner. Auch sind Verarbeitungsmängel an Gebäuden aus dieser Zeit keine Seltenheit, Witterungseinflüsse tun ein Übriges. Bei dem sechseckigen Kirchenbau waren das Dach und das umlaufende Fensterband durch ihre exponierte Lage besonders betroffen.
Sensibilisiert durch den Einsturz der Bad Reichenhaller Eissporthalle, der 2006 eine intensive Diskussion über die Sicherheit von Dachkonstruktionen in Gang gesetzt hatte, ließ man die Kirche von Fachleuten inspizieren, um eine Gefährdung auszuschließen. Geprüft wurden sechs kritische Punkte – die sogenannten Traufpunkte der sechs Kehlen — und „zum Glück war alles in bester Ordnung“, sagt Büttner.
Zwar drang an den Ecken Wasser ein, was vor allem bei Tauwetter zur Durchfeuchtung der Wände und der Dachkonstruktion führte, doch bestand aufgrund der verwendeten Vollholzbalken niemals Einsturzgefahr. Da eine Teilreparatur der Kupfereindeckung nicht mit der notwendigen Sicherheit hätte ausgeführt werden können, entschloss man sich für ein komplett neues Dach mit verbessertem Ablauf. Die Dachhaut konnte nur sukzessiv erneuert werden, was zu leichten Farbunterschieden beim Material führte, die sich aber angleichen werden. Kupfer dunkelt schließlich nach und bildet Patina.
Seit Mai bereits läuft in der Nikodemuskirche die Spendenaktion zur Finanzierung der Maßnahme. Pfarrer Langmann weiß, dass heute Gemeindemitglieder sehr oft um Kostenbeteiligung gebeten werden und schätzt das rege Engagement deshalb besonders. Bis Mai soll die Sammlung für die Sanierung noch weitergehen, über den restlichen Betrag wird man ein Darlehen aufnehmen.
Wert legt man in Nikodemus auch auf die Bildung von Rückstellungen, um künftige Renovierungen finanzieren zu können, betont der Architekt und frühere Kirchenpfleger Büttner.
Info: www.nikodemuskirche-nbg.de Spendenkonto: Evangelische Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10, Konto 1 573 101
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