|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
„Für Sportvereine wird es immer schwieriger, Wirte für die Vereinsgaststätte zu finden“, bestätigt Gerhard Engelmann vom Hotel- und Gaststättenverband in Nürnberg. Wie berichtet, finden der ASN Pfeil Phönix in Ziegelstein und der Sportverein Tuspo Heroldsberg aktuell keine Pächter mehr für ihre Gaststätten. Und wenn mal einer anbeißt, gibt er oft schnell wieder auf, weil sich das Geschäft mit den Vereinsmitgliedern alleine nicht mehr lohnt.
Manchen Wirten fehle es aber auch an Erfahrung und an einem Konzept, wie sie zusätzliche Gäste von außerhalb in die Gaststube bringen, wie beispielsweise Oliver Rath, Geschäftsführer des Tuspo Heroldsberg, bemängelt.
Der letzte Pächter der Gaststätte des TSV 1903 Mühlhof-Reichelsdorf hat gerade mal ein paar Monate durchgehalten. Der Verein hat zwar relativ schnell einen Nachfolger gefunden, der ab Februar dort sein Glück versuchen will. Sprecher Walter Leinisch hofft, dass es diesmal besser klappt, allzu optimistisch gibt er sich jedoch nicht. „Wir hatten in der letzten Zeit jährlich einen Pächterwechsel“, berichtet er.
Das Vereinsheim liege etwas außerhalb und ziehe wenig Gäste aus dem Stadtteil an. Und die Zeiten, in denen die Sportler nach dem Training noch zusammen im Sportheim saßen, seien einfach vorbei. „Heute ist das nicht mehr so, die Leute haben Familie oder sind nicht von hier und fahren nach dem Sport gleich nach Hause“, so Leinisch.
Wolfram Ebert vom SV Nürnberg Reichelsdorf glaubt, dass so mancher Wirt mit viel zu hohen Erwartungen an die Sache rangeht und deshalb schnell das Handtuch wirft, wenn es mal nicht gleich so wie erwartet läuft. „Wir hatten im letzten Jahr dreimal einen Pächterwechsel“, erzählt er. Momentan sehe es aber ganz gut mit der griechisch-deutschen Küche aus. Es gebe auch Zuspruch außerhalb des Vereins. Aber: „Es könnte besser sein“, sagt Ebert.
Wie hart das Geschäft geworden ist, wissen Ulla und Georg Illauer. Die Eheleute sind seit über 30 Jahren in der Gastronomie, haben meist Vereinsheime bewirtschaftet und dort schon bessere Zeiten erlebt.
Seit September sind sie die Wirtsleute in den „Rupert Stuben“ des DJK Eintracht Süd. „Man muss sehr gut kalkulieren, wenn man überleben will“, meint Ulla Illauer nachdenklich. Ein Problem mache ihnen besonders zu schaffen: „Viele Leute erwarten, dass im Sportheim alles billiger ist, aber wir haben doch die gleichen Kosten wie ein anderer Gastronom auch“, sagt die gebürtige Griechin.
Ihr Mann ergänzt, dass Sportheime häufig ein schlechtes Image hätten und deshalb bei Gästen außerhalb des Vereins als wenig attraktiv gelten. Ein neuer Anstrich würde den „Rupert-Stuben“ allerdings in der Tat gut tun. Der Flachbau stammt aus den 80er Jahren und wirkt auf den ersten Blick nicht gerade sehr einladend.
Der Vorsitzende der DJK Eintracht Süd, Johannes Hellwig, versichert, dass man erst 19000 Euro in eine neue Lüftungsanlage investiert habe, „natürlich muss man da immer wieder was tun“, sagt er. Für umfangreichere Restaurierungen fehle vielen Vereinen einfach das Geld. Öffentliche Fördergelder bekommen sie nur für Baumaßnahmen, die den Sportbetrieb betreffen, Gaststätten sind davon ausgenommen.
Beim drittgrößten Sportverein Nürnbergs, dem TSV Altenfurt, mit zwei verpachteten Gastronomieeinheiten, läuft es immerhin gut. Das Verhältnis zwischen Pächtern und Vereinsführung sei in Ordnung, meint Vorstand Gerhard Schulz. „Wir lassen den Gastronomen weitestgehend freie Hand bei der Angebotsgestaltung“. Mit diesem Prinzip „Leben und leben lassen“ ist auch Pächter Apostolos Lukas seit über sechs Jahren zufrieden. Zwar sagt auch er, dass man heute von den Sportlern alleine nicht mehr leben könne. Sein Erfolgsrezept: „Man muss flexibel sein und sich immer wieder was einfallen lassen, um seinen Gästen etwas zu bieten“.
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Mo. 21.05.12
Fr. 18.05.12
Do. 17.05.12