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Ritter Cavaletti liebt die hohe Kunst

Anton Haag ist seit 40 Jahren Edelmann bei der Schlaraffia Norimberga — Eine große Portion Humor - 04.01. 07:00 Uhr

Aktiv in Nürnberg: Der Stadtanzeiger stellt Menschen vor, die in ihrer Freizeit gerne etwas unternehmen. Vielleicht suchen Sie Gleichgesinnte, die mit Ihnen Japanisch lernen, joggen gehen oder dem Trend zum Selberstricken folgen?

Anton Haag liebt die Rolle als Ritter Cavaletti.
Anton Haag liebt die Rolle als Ritter Cavaletti.
Foto: privat
Anton Haag liebt die Rolle als Ritter Cavaletti.
Anton Haag liebt die Rolle als Ritter Cavaletti.
Foto: privat

Wenn Sie gerade erst nach Nürnberg gezogen sind, können Sie mit dem Stadtanzeiger neue Freunde mit ähnlichen Interessen suchen. Schreiben Sie uns aber auch, wenn Sie Mitstreiter für Ihren Verein oder Unterstützer einer ganz besonderen Idee suchen. Wir finden, der Beginn des neuen Jahres ist ein guter Anlass, um etwas Neues zu beginnen oder alte Ideen endlich umzusetzen. Melden Sie sich beim Stadtanzeiger. Per Telefon 216-2416, Fax 216-1570 oder E-Mail an nn-anzeiger@pressenetz.de

Ritter Cavaletti öffnet die Pforte zu seinen Privatgemächern und bittet einzutreten. Ein Ritter im 21. Jahrhundert? Anton Haag heißt der Rittersmann, der seit 40 Jahren Mitglied bei der Schlaraffia Norimberga ist. „Das ist ein 1859 von deutschen Künstlern, Handwerkern, Akademikern und Bürgern gegründeter Freundschaftsbund, der auf Kunst, Humor und Freundschaft aufbaut“, erklärt der 83-Jährige. „Wir sind weltweit vertreten und überall wird Deutsch gesprochen.“



Der intellektuell ausgerichtete Bund bietet Vorträge an und beschäftigt sich hauptsächlich mit Kunst, während Politik, Kommerz und Religion außen vor bleiben. Haag, Fotograf und Werbefachmann im Ruhestand, hat zur Kunst eine besondere Beziehung. Auch weil er früher mit seiner Agentur „für oftmals sehr anspruchsvolle Kunden großformatige Messefotos“ hergestellt hat. Haags Firma fertigte 1971 — während des Dürer-Jahres — auch das größte Diapositiv der Welt an. „Das war ein über 200 Quadratmeter großes Bildnis Dürers, das in der Halle des Hauptbahnhofs hing.“

Haag schenkte seinerzeit das imposante Lichtbild der Stadt Nürnberg. „Allerdings warte ich bis heute auf ein Dankeschön der städtischen Führung“, fügt er lachend hinzu.

Toller Zusammenhalt

Es war auch im Dürer-Jahr 1971, als Anton Haag durch einen Freund zu seiner ersten „Sippung“ (Treffen) der Schlaraffia Norimberga kam. Seither ist er Schlaraffe aus Leidenschaft. „Der Zusammenhalt begeistert mich immer noch. Wir helfen uns gegenseitig und nehmen uns zugleich alle nicht so ernst.“

Das merke man doch schon an den ulkigen Namen, die sich die Schlaraffen selber geben, meint Ritter Cavaletti schmunzelnd. Er hat sich den sprechenden Namen verpasst, weil er früher mal Turnierreiter gewesen ist.

Die Treffen der Schlaraffen laufen nach den Regeln des höfischen Lebens während des Rittertums ab. Sie tragen besondere Kleidungsstücke wie Barette, Helme und Schulterbänder. Und sie sprechen eine eigene Sprache. Die Pfeife ist zum Beispiel der „Schmauchtopf“ und die Schwiegermutter wird gar nicht nett als „Burgschreck“ bezeichnet.

Wie und wann wird man aber eigentlich zum Ritter? „Schlaraffe kann jeder ehrbare Mann unabhängig von sozialer Stellung, Berufsstand oder Glaubenszugehörigkeit werden. Der Gast kommt als Pilger und kann sich alles genau ansehen. Wenn er bleiben möchte, wird er zum Prüfling und arbeitet sich durch die Erfüllung besonderer Aufgaben vom Junker bis zum Ritter hoch.“

Um ihre Werte an die Nachwelt weiterzugeben, wünschen sich die Schlaraffen Nachwuchs. Dieser muss allerdings männlich sein, denn bei ihren Zusammenkünften sind die Herren unter sich. „Die holde Weiblichkeit ist nur während bestimmter Feierlichkeiten als Burgfrauen anwesend“, betont der Ehrenritter und schmunzelt.

Kontakt: Anton Haag, Telefon 599163, Fax 5986696, brief@antonhaag.de 



SABINE BECK

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