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Schutzgebiet für die Grüne Keiljungfer

Rednitztal als „Natura 2000“-Areal — Landwirte fürchten beim ersten runden Tisch Einschränkungen - 15.08.2012 07:59 Uhr

Nürnberg/KATZWANG  - Die Grüne Keiljungfer macht’s möglich. Weil die seltene Libellenart entlang der Rednitz heimisch ist, wurde das Tal unter besonderen Schutz gestellt. Betroffene Landwirte, die hier hauptsächlich ihre Wiesen bewirtschaften, befürchten Einschränkungen. Die Regierung gibt Entwarnung.

Seltene Libelle: Die Grüne Keiljungfer hat im Rednitztal einen idealen Lebensraum gefunden.
Seltene Libelle: Die Grüne Keiljungfer hat im Rednitztal einen idealen Lebensraum gefunden.
Foto: Foto: Regierung von Mittelfranken
Seltene Libelle: Die Grüne Keiljungfer hat im Rednitztal einen idealen Lebensraum gefunden.
Seltene Libelle: Die Grüne Keiljungfer hat im Rednitztal einen idealen Lebensraum gefunden.
Foto: Foto: Regierung von Mittelfranken

Die Ausweisung des Rednitztals zum „Natura 2000“-Gebiet nimmt Formen an. Bei einem runden Tisch wurden nun die ersten Ergebnisse der Kartierung und Maßnahmen vorgestellt, die vorgesehen sind, um die Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen dort zu erweitern und zu schützen.

Gut zwei Jahre lang haben die Experten des Bayerischen Landesamtes für Umwelt das Rednitztal zwischen Stein und Schwabach genau unter die Lupe genommen. Wie ist das Gebiet beschaffen? Welche Tiere und Pflanzen leben dort und welche davon gelten als besonders schützenswert? Die Ergebnisse der Kartierung dienen als Basis für einen sogenannten Managementplan, in dem Ziele und Maßnahmen für die Umsetzung formuliert sind. Ideen und Vorschläge von Naturschutzorganisationen, der Bevölkerung und Grundstückseigentümer konnten beim runden Tisch eingebracht werden.


Das Wichtigste : Alle im Plan enthaltenen Maßnahmen seien auf die freiwillige Mitarbeit der betroffenen Grundstückseigentümer angewiesen, erläuterte Claus Rammler, „Natura 2000“-Experte der Regierung Mittelfranken. Denn gerade die Landwirte stehen dem Projekt oft skeptisch gegenüber. Sie befürchten Eingriffe in ihr Bewirtschaftungssystem und wirtschaftliche Einbußen, wenn etwa landwirtschaftliche Nutzflächen als Schutzzonen ausgewiesen werden. Manche fürchten gar um ihre Existenz.

Nicht ohne Bauern

„Wenn es keine Bauern mehr im Rednitztal gibt, dann habt ihr bald kein Rednitztal mehr, dass ihr schützen könnt“, brachte ein Landwirt seine Ängste zum Ausdruck. Claus Rammler versuchte zu beruhigen: „Wirtschaften Sie weiter, wir betreiben Kulturlandschaftsschutz und keinen Naturschutz. Das heißt, wir schützen Flächen, die vom Mensch geschaffen wurden.“


Im Detail sehen die Ergebnisse der Kartierung nur für wenige Bereiche innerhalb des Rednitztales konkrete Maßnahmen vor. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den mageren Flachland-Mähwiesen, die nur etwa drei Prozent der Gesamtfläche einnehmen, aber ein wichtiger Lebensraum sind für die Grüne Keiljungfer. Dem Vorkommen dieser seltenen Libellenart verdankt das Rednitztal die Ausweisung zum „Natura 2000“-Gebiet und die Aufnahme in den europaweiten Biotopverbund aus „Fauna-Flora-Habitat- (FFH) und Vogelschutzgebieten“.

Die Landschaftsschützer plädieren einerseits für den Erhalt dieser Wiesen und wünschen sich andererseits eine Vergrößerung durch Umwandlung von Wirtschaftswiesen. Als Anreiz für die Landwirte sollen Fördermittel dienen. Die Befürchtung, dass die für das Rednitztal typischen Wässerwiesen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, konnte Rammler entkräften: „Diese sind ein naturhistorisches Element und sollen bleiben“, betonte er.

Kein Eingriff in Habitate

Weitere Maßnahmenvorschläge, die sich an den optimalen Lebensbedingungen für die Grüne Keiljungfer orientieren, sind unter anderem: Keine Eingriffe in die Schlupfhabitate, Verzicht auf wasserbauliche Maßnahmen in den bevorzugt aufgesuchten Flussabschnitten, Bewahrung von gut besonnten und beschatteten Gewässerabschnitten, die für die Libelle lebensnotwendig sind.

Wie die Maßnahmen konkret umgesetzt werden können, soll nun im Einzelnen gemeinsam mit den Eigentümern beziehungsweise Bewirtschaftern besprochen werden. Trotz der erneuten Versicherung „alle Maßnahmen sind im gegenseitigen Einvernehmen umzusetzen“, blieb eine gewisse Skepsis im Raum. Da wird es sicher noch einigen Redebedarf geben.
 

Hinweis: Zum Thema läuft auch die aktuelle Frage der Woche. 

MANUELA PRILL

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