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SPD zeigt Rote Karte

Chaotisch: Autoverkehr in der Wandererstraße - 01.06.2012 08:00 Uhr

Zeigen die Rote Karte (v. li.): Michael Ziegler und Stefanie Lurz von der SPD sowie Jürgen Lutz vom Elternbeirat.

Zeigen die Rote Karte (v. li.): Michael Ziegler und Stefanie Lurz von der SPD sowie Jürgen Lutz vom Elternbeirat. © Peter Romir


Eigentlich macht das Ende der Wandererstraße einen ruhigen, fast idyllischen Eindruck: In einer Sackgasse liegen hier die Schule, ein Hort, Kindergarten und Wohnbebauung in seltener Eintracht beieinander. Eine großzügige Kehre ermöglicht das problemfreie Wenden.

Doch dieser positive Eindruck ändert sich kurz vor Schulbeginn schlagartig: Ein Auto nach dem anderen fährt vor die Schultore, parkt trotz absoluten Halteverbots die Kehre zu oder versperrt die Zufahrt zu den Privatanwesen. Andere Autofahrer suchen oder verlassen die wenigen Parkplätze vor der Schule, rangieren auf der Straße, während die Schüler dazwischen schnell hinüberhetzen. Es herrscht Chaos.

„So sieht das hier jeden Morgen aus – meist sogar noch viel schlimmer“, klagt Jürgen Lutz vom Elternbeirat der Wandererschule. „Heute ist noch ein ruhiger Tag, da die Ferien vor der Tür stehen und viele Eltern ihre Kinder gar nicht mehr zur Schule bringen.“

Zudem war diese Woche schon die Polizei da und schrieb Falschparker auf. Eine Maßnahme die laut Lutz immer nur kurzfristig für Besserung sorgt: „In drei Wochen ist dann wieder alles beim Alten.“

Der Elternbeirat hat schon andere Möglichkeiten probiert: „Letztes Jahr verteilten wir Info-Zettel an alle Eltern der Wandererschule, in denen wir nicht nur auf die Gefahrensituation hinwiesen, sondern auch Alternativen aufzeigten“, erzählt Lutz. „Etwa die Parkplätze bei den Läden in der Fürther Straße zu verwenden, dann müssten die Kinder nur den kurzen Weg zur Schule hinter laufen.“ Doch genau hier liegt wohl das Problem: „Mir scheint, viele Eltern würden ihre Kinder am liebsten direkt bis ins Klassenzimmer fahren!“

SPD-Stadtrat Michael Ziegler, ehemaliger Schüler der Wandererschule, kann das nicht verstehen: „Ich bin damals täglich einen Kilometer zur Schule gelaufen und fand das nicht schlimm.“

Situation verschärft sich

Hinzu kommt, dass sich die Situation vor der Schule in absehbarer Zeit noch weiter verschärfen wird, denn auf der anderen Straßenseite wird kräftig gebaut. Wie berichtet, errichtet das Evangelische Siedlungswerk eine Kindertagesstätte und 50 Reihenhäuser. „Das bedeutet viel Baustellen-Verkehr und dann Dutzende von neuen Anwohner-Pkw, die Parkplätze brauchen“, sagt Stadtteilsprecher Reiner Eismann.

Um die – im wahrsten Sinne des Wortes – verfahrene Situation zu verbessern, bildete sich ein breites Bündnis aus Anwohnern, Eltern und der Stadtteil-SPD. Die stellte jetzt einen Antrag, das Thema im Verkehrsausschuss zu behandeln. „Da gutes Zureden und Kontrollen offensichtlich nicht weiterhelfen, müssen jetzt die Verkehrsexperten ran“, meint Ziegler. Vorschläge gibt es bereits, etwa vom Elternbeirat des Kindergartens: Dieser könnte sich eine Absperrung der Straße weiter vorne, die für Anwohner frei ist, vorstellen. Oder Schülerlotsen, die direkt vor Ort sind und das Chaos regulieren.

  

PETER ROMIR

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