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Vor zehn Jahren hieß es, dass die 2,5 Kilometer lange Strecke der „4er“ von Thon bis Am Wegfeld 2008 fertig sein könnte. Der Startschuss für den ersten Abschnitt der Stadtbahn nach Erlangen, über die seit über 20 Jahren diskutiert wird, fiel aber nicht. Während die Kosten von 13 auf 25 Millionen Euro stiegen, stand Ende 2011 als Termin für die Einweihung.
Während die neuen U3-Bahnhöfe im Dezember in Betrieb gingen, führte etwa zeitgleich ein Erörterungstermin der Regierung von Mittelfranken zum Planfeststellungsverfahren zu einer Bauchlandung für Stadt und Verkehrsbetriebe: Die von der VAG beantragte Trasse für die „4er“ stieß auf Kritik, was Prüfaufträge mit sich brachte.
Fest steht aus der Sicht der Genehmigungsbehörde in Ansbach, dass eine alternative Streckenführung untersucht werden muss. Auslöser ist ein Grundstück vor der Erlanger Straße/Marienbergstraße, das benötigt wird, falls die Linie4 — stadtauswärts gesehen — vor der Kreuzung von der Fahrbahnmitte planmäßig an den rechten Rand der Erlanger Straße wechseln würde.
Da die Erbengemeinschaft, der die Fläche gehört, nicht verkaufen will und Widerspruch eingelegt hat, verlangt nun die Regierung von Mittelfranken den Nachweis, „dass dies wirklich die beste Variante ist“, so Verkehrsplaner Frank Jülich. Nach Ansicht der Regierung könnte der Schwenk auch erst nach der Kreuzung erfolgen.
Modifiziert werden muss zudem die sogenannte „Standartisierte Bewertung“ zum Nutzen-Kosten-Faktor der Straßenbahn-Verlängerung. Jener lag 2006 beim hohen Faktor 3,1 (nötig ist 1,0). Da die Gesamtinvestition mit 25,2 Millionen Euro knapp über dem „Grenzwert“ von 25 Millionen liegt, müssten laut Regierung die „Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“ genau beachtet werden, weshalb eine Neubewertung nach den aktuellen Richtlinien nötig sei.
Laut Jülich wird dies „mindestens ein Vierteljahr kosten“. Auch VAG-Sprecherin Elisabeth Seitzinger rechnet damit, dass die neuen Daten nicht vor April vorliegen werden. Unterschiedlich werden die Folgen eingeschätzt, falls die Trasse geändert werden muss: „Vergleichsweise gering“, heißt es bei der Regierung, „weil eine Neuauslegung der Unterlagen nicht erforderlich wäre“. Die davon betroffenen Anlieger müssten allerdings erneut angehört werden. Hier könnten Rechtsstreitigkeiten drohen.
Unabhängig davon geht die VAG davon aus, dass sich der Baubeginn auf 2013 verschieben dürfte. Grund: Notwendige Baumfällungen sind wegen der Vogelbrutphase aus Naturschutzgründen nicht mehr im Frühjahr 2012 möglich. Die neue Trasse wird ergo nicht vor 2014 in Betrieb gehen. Folgen hat dies auch für das neue Buskonzept im Knoblauchsland — mit einer Verbindung von Buch/Am Wegfeld zum Flughafen und neuen Linien in Richtung Fürth und Höfles. Sehr verärgert darüber ist allen voran der Neunhofer CSU-Stadtrat Konrad Schuh.
Mit Blick auf die alltäglichen (Nah-)Verkehrsprobleme in der Nordstadt, die es seit der U3-Verlängerung und dem Ende der Linie 9 durch die Pirckheimerstraße gibt, kritisiert Grünen-Stadträtin Christine Seer: Die Stadt sei „sehenden Auges in das Chaos gelaufen“. Weder Rufe nach Vorrangschaltungen in der Bucher Straße, noch welche nach dem raschen Ausbau der „4er“ seien im Rathaus auf Resonanz gestoßen. Als Folge gebe es nun viele Provisorien — und eine verzweifelte Suche nach einer Lösung.
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