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Melanie Lück fand 2011 auch nach langer Suche keinen Kindergartenplatz für ihre Tochter Martha. Die naturverbundene Mama brachte die Kleine in einer freien Gruppe unter, die sich am Parkplatz des Tiergartens trifft und von dort in den Wald marschiert. In der Initiative reifte die Idee, selber einen neuen Waldkindergarten zu gründen, deren Leiterin Susanne Moessner übernahm mit Melanie Lück die weitere Organisation.
Nach vielem Herumfragen fand sich ein Platz im Wald unweit der Günthersbühlerstraße, fünf Gehminuten von der Gaststätte Schießhaus entfernt. „Wir möchten dort einen Bauwagen mit Ofen aufstellen“, sagt Lück. Die Pläne des Vereins sind schon recht konkret: 18 Kinder ab drei Jahren sollen sich morgens an dem Bauwagen treffen, dann geht es zum Frühstück in den Wald, im oder vor dem Wagen wird das angelieferte Bio-Mittagessen verputzt und spätestens um 14.30 Uhr gehen alle wieder heim. Noch sucht der Verein Sponsoren für den rund 10000 Euro teuren Wagen.
Neben Moessner und Lück sind noch zwei pädagogische Fachkräfte an dem Projekt beteiligt, insgesamt habe der Verein sieben Gründungsmitglieder, sagt Lück. „Am liebsten würden wir unseren Waldkindergarten schon in diesem Herbst eröffnen.“
Doch der Zeitplan könnte knapp werden. Auf Anfrage des Stadtanzeigers sagt Gerhard Steinmann, stellvertretender Leiter der Bauordnungsbehörde: „Wir haben sechs Stellungnahmen der beteiligten Ämter vorliegen, darunter sind fast nur Einwände.“ Die vom Verein gewünschte (und vom Staatsforst vorgeschlagene) Fläche im Bannwald beim Schießhauses liegt im Wasserschutzgebiet und grenzt zudem an ein Vogelschutzgebiet. Deshalb eigne sie sich nicht für einen Kindergarten. „Auch das Stadtplanungsamt lehnt das Vorhaben an der Stelle ab“, sagt Steinmann. Dem Verein sei küzrlich ein Alternativstandort in der Stadenstraße, gegenüber dem Seniorenheim und südöstlich des bestehenden Kindergartens, vorgeschlagen worden.
Günter Richter vom Jugendamt hatte zuletzt im Sommer Kontakt zu dem Verein. „Wir warten noch auf detaillierte Angaben, was sie genau vorhaben“. Voraussetzung für einen Waldkindergarten sei eine Baugenehmigung für einen Bauwagen. „Ich bin aber skeptisch, ob in Nürnberg Bedarf für einen zweiten Waldkindergarten besteht“, sagt Richter. Es gibt bekanntlich bereits den Naturkindergarten „Waldwichtel“ am Schmausenbuck.
Kontakt zum Wald- & Wiesenkinder e.V.: Melanie Lück, Telefon (0911) 2532098, oder E-Mail: melanie.lueck@gmx.net
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